Deichneubau, die Errichtung eines Siels bei Wolmirsleben und die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Ehle sind Maßnahmen, die im Hochwasserschutzbereich in den kommenden Jahren in der Egelner Mulde geplant sind.

Egeln l Der letzte Winter hat gezeigt, was Hochwasser anrichten kann. Auch in der Egelner Mulde hatte man viele Wochen mit erhöhten Flusspegeln, gestiegenem Grundwasserpegel und über die Ufer tretenden Gräben zu kämpfen. Vor allem die Ehle bereitet in Egeln und Umgebung große Probleme. Dass etwas passieren muss, war klar. Im November hat auf Einladung des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) in Egeln eine Zusammenkunft stattgefunden, zu der der Bauernverband, Landwirte aus der Umgebung, der Unterhaltungsverband "Untere Bode", das Umweltamt des Salzlandkreises und natürlich Vertreter der Verbandsgemeinde Egelner Mulde und Bürgermeister eingeladen waren.

Landesbetrieb übernimmt Pflegschaft für die Ehle

"Schon nach dem Hochwasser Anfang dieses Jahres haben wir erste Gespräche in Sachen Ehle geführt. Die Kommunen sind nicht in der Lage, die Ehle allein zu unterhalten. Das hat das letzte Hochwasser gezeigt. Aber das kann man gar nicht schaffen", erklärt Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr dazu. Daher hat man versucht, die Ehle in ein Gewässer erster Ordnung zu wandeln. Demnach wäre dann das LHW dafür zuständig. Das wurde jedoch vom Landwirtschaftsministerium abgelehnt. "Der Unterhaltungsverband ist mit seinen Aufgaben vollkommen überfordert. Daher hat sich Edmund Werner, Leiter des Flussbereiches Halberstadt des LHW, dafür stark gemacht, dass der Landesbetrieb die Pflegschaft für die Ehle übernimmt", erklärt Stöhr weiter.

Doch es sind weitere Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich der Egelner Mulde konkret in Planung. Diese wurden bei der Zusammenkunft in Egeln im November genau vorgestellt. "Es muss etwas geschehen. Denn die Ehle muss im Hochwasserfall immer das Wasser der Bode abfangen", macht Michael Stöhr weiter deutlich. Die finanziellen Mittel für die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen sind bereits vorhanden. "Das LHW hat darauf gedrängt, dass die Egelner Mulde auf der Prioritätenliste des Hochwasserschutzes ganz nach oben rückt. Denn nach dem Jahrhunderthochwasser 1994 ist hier nichts mehr passiert", so der Verbandsgemeindebürgermeister weiter.

Das soll sich ändern. Der aktuelle Hochwasserschutzplan sieht einen Deichbau in Westeregeln vor. Dafür gibt es mehrere Varianten. Die Gemeinde muss sich für einen Verlauf entscheiden. Dies soll im kommenden Jahr geschehen. Auch die Entwurfs- und Genehmigungsplanung könnte dann bereits im Jahr 2012 erfolgen.

Eine weitere Maßnahme ist die Deicherrichtung der Bode linksseitig bei Egeln-Nord. Damit soll verhindert werden, dass die Bode im Hochwasserfall in den Ort drückt. Weiterhin ist die Rekonstruktion des Deiches zwischen den Straßenbrücken der Bundesstraße 81 und der Bundesstraße 81 neu rechts der Bode geplant. Die Unterlagen für die Rekonstruktion liegen derzeit beim Landesverwaltungsamt zur Prüfung vor. Je nach Genehmigung könnte mit der Realisierung 2012/2013 begonnen werden.

An der Alten Bode bei Wolmirsleben ist ein Absperr- beziehunsweise Regulierungsbauwerk geplant. Nachdem die Alte Bode zwischen Wolmirsleben und Egeln in diesem Jahr bereits ausgebaggert wurde, soll nun ein Siel dort errichtet werden, wo die Alte Bode in die Bode fließt. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung ist bereits erstellt und zur Genehmigung an die Untere Wasserbehörde des Salzlandkreises gesandt. "Der Kreis hat festgelegt, dass die Vorlage eines landschaftspflegerischen Fachbeitrages erforderlich ist. Dieser wurde auch schon beauftragt. So dass, nach der Genehmigung, die Bauausführung schon 2012 möglich ist", erklärt der Verbandsgemeindebürgermeister dazu.

Leistungsfähigkeit der Ehle soll erhöht werden

Gleichzeitig ist eine Erhöhung des Deiches entlang der neuen Bundesstraße 81 bis zum Siel in Wolmirsleben geplant. Die Vorplanung erfolgt bereits.

Eine wichtige Maßnahme ist die Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Hochwasser-Profils der Ehle. "Auf der gesamten Breite stehen Bäume und Büsche im Profil des Grabens", macht Michael Stöhr deutlich. Es erfolgt eine Bestandsaufnahme der Ehle. "Leider gibt es auch einige Einbauten in den Grabenbereich. Die müssten dann zurückgebaut werden", so der Bürgermeister weiter. Schon im kommenden Jahr soll mit der Grundlagenermittlung begonnen werden. "Wir sind dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft sehr dankbar", erklärt Michael Stöhr und macht darauf aufmerksam, dass umfangreiche Arbeiten auch am Wunneygraben erfolgen. Dafür ist allerdings der Unterhaltungsverband zuständig.

 

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