Staßfurt l Das ehemalige Wohnhaus des preußischen Generals und Berliner Stadtkommandanten Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke, der am 21. Oktober 1699 in Staßfurt geboren worden war, kommt unter den Hammer.

Die Zwangsversteigerung des 1737 im holländischen Stil erbauten Barockgebäudes, an dem sich das Wappen der Geschlechter des Salzgrafen von Hacke und derer von Creutz befindet, ist für Montag, den 16. Januar, um 13 Uhr im Amtsgericht Aschersleben, Saal 209, angesetzt.

Dabei handelt es sich um ein denkmalgeschütztes, geringfügig unterkellertes, zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss über zwei Ebenen. Dieses Haus in der Steinstraße 4 war lange Zeit ein Schandfleck. Vor zehn Jahren war es dann umfassend modernisiert und mit einem modernen, separaten Treppenhausanbau erweitert worden.

In dem Gebäudekomplex, der mit zu den ältesten erhalten gebliebenen Objekten in der Salzstadt gehört, befinden sich insgesamt neun Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von 628,5 Quadratmetern.

Nach Einschätzung des vom Gericht beauftragten Gutachters sind dort erhebliche Instandsetzungs- und Trockenlegungsarbeiten erforderlich.

Zudem muss dort ein baufälliges, zweigeschossiges Fachwerkhaus, das sich an der nördlichen Grenze des rund 1160 Quadratmeter großen Grundstücks befindet, komplett abgerissen werden.

Das Amtsgericht Aschersleben schätzt den Verkehrswert des Grundbesitzes nebst Zubehör auf 40 000 Euro.

Hacke kam 1715 als 16-Jähriger an den Hof des Soldatenkönigs. Mit seinen 1,91 Metern Körpergröße trat er in das Königsregiment ein. Er fiel durch Befehlsgehorsam besonders auf, was ihm eine große Karriere bescheren sollte. Seit 1740 war er königlicher General-Adjutant. Ihm unterstand der königliche Hof in Berlin, in Potsdam und in Wusterhausen. 1747 wurde Hacke zum Generalleutnant befördert und am 10. November 1749 wurde er von Friedrich II. zum Stadtkommandanten Berlins ernannt, wo noch heute die Hackeschen Höfe an den einstigen Staßfurter erinnern.