Am 22. Dezember entscheidet der Kreistag in einer Sondersitzung über die Zukunft der Kliniken im Salzlandkreis. Gestern konstituierte sich der von Landrat Ulrich Gerstner eingesetzte Sanierungsstab.

Schönebeck/Staßfurt. "Ein isoliertes, standortbezogenes Denken darf es künftig nicht mehr geben. Wir müssen sämtliche Synergiepotenziale nutzen. Eingerichtet werden muss ein Standort übergreifendes Management und Controlling mit einer leistungsfähigen Kommunikationsstruktur", sagt Peter Löbus, Vorsitzender der Klinikholding und des Sanierungsstabes. Der traf sich gestern zum ersten Mal.

Der Sanierungsstab will der Wirtschaftsgesellschaft Solidaris, die derzeit eine Tiefenprüfung aller Häuser vornimmt, zuarbeiten. Wichtig sei für alle Standorte, aber besonders für Aschersleben und Staßfurt, die medizinischen Leistungen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage zu sichern. Für Bernburg und Schönebeck sind die Untersuchungen abgeschlossen. Die Häuser seien finanziell stabil, hieß es in einer Mitteilung. Wesentliche Aufgabe bleibt die wirtschaftliche Stabilisierung der Krankenhäuser in Aschersleben und Staßfurt. Der Sanierungsstab, so die Pressemitteilung, habe erste Möglichkeiten zu Liquiditätssteigerung sondiert. Zudem gab es grundsätzliche Gespräche mit Banken und einer Gewerkschaft. Weitere Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet. Fachausschüsse des Kreistages sollen in der Nichtöffentlichkeit informiert werden, erfuhr die Volksstimme. Am 22. Dezember kommt das Gutachten mit seinen Vorschlägen auf den Tisch der Kreistagsmitglieder. Nach massiver Kritik aus Aschersleben und Staßfurt bei gleichzeitiger Forderung nach Privatisierung der Kliniken an den Standorten, hält Landrat Ulrich Gerstner alle Optionen für denkbar und spricht aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage von einem "tabulosen Herangehen" an die Thematik. Fehler im Management der Kliniken Aschersleben-Staßfurt sieht der Kreischef nicht, obwohl Geschäftsführerin Melita Planert beurlaubt wurde. Vielmehr habe die Finanzierungsumstellung des Bundes für die Krankenhäuser zu schwierigen Rahmenbedingungen geführt, die durch Aufrufe aus Staßfurt, das Krankenhaus in Aschersleben zu meiden, verschärft wurden und zu Patienteneinbrüchen geführt hätten. "Das hat wie ein Katalysator gewirkt.", richtete Gerstner seine Kritik erneut in die Salzstadt.