Die Bebauungsplanänderung, die die Ansiedlung von C & A in der Breiten Straße und andere Geschäftserweiterungen ermöglichen soll, hat eine weitere Hürde genommen. Der Haupt- und Personalausschuss stimmte einstimmig zu, nachdem er auf SPD-Antrag zwei Änderungen in die Vorlage eingearbeitet hatte.

Stendal. So viele Gedanken über die Belieferung eines Geschäftes wie in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Personalausschusses haben sich Stadträte wahrscheinlich noch nie gemacht. Anlass war einer von zwei Änderungsanträgen der SPD-Fraktion. Die Sozialdemokraten wollten in den zu ändernden Text des Bebauungsplans Vogelstraße/Priesterstraße hineingeschrieben haben, dass die Geschäfte ausschließlich über die Breite Straße zu beliefern seien.

Das rief die CDU auf den Plan. Dr. Henning Richter-Mendau gab zu bedenken, dass man Textilien nicht durch Regen und Schnee tragen könne.Deshalb müsse eine Anlieferung von hinten, also über Vogelstraße und Binnhoff, wo man eine Überdachung anbringen könne, möglich sein. "Wir wollen doch C & A nicht gleich vergraulen", so Richter-Mendau.

Das hielt wiederum Planungsamtsleiter Axel Achilles für keine so gute Idee. Der Binnhoff, erklärte Achilles, sei für große Lieferfahrzeuge gar nicht ausgelegt. So einigte sich der Ausschuss auf die auch mal eine Ausnahme zulassende Formulierung, die Anlieferung "soll grundsätzlich über die Breite Straße" erfolgen.

Im Zuge der Planänderung, so ein zweiter von der SPD eingebrachter Zusatz, sind vorab alle Eigentümer im Planungsbereich anzuhören. Das zielt auf die Besitzer von Pkw-Stellplätzen hinter den betroffenen Häusern der Breiten Straße ab, deren Flächen bebaut werden sollen. Einige von ihnen, so hatte die SPD-Fraktion erfahren, seien bisher vom Investor nicht über das Vorhaben informiert worden.

Wie mehrfach berichtet, will die Stader Firma Lührs City Bau als Eigentümer der Häuser möglichst im Februar nächsten Jahres mit dem Umbau von Breite Straße 11 für die Modehauskette C & A beginnen. Für dieses Vorhaben und die benachbarte Rossmann-Filiale sollen die Verkaufsflächen nach hinten durch Anbauten erweitert werden. Mit einer Änderung des für dieses Gebiet gültigen Bebauungsplans Vogelstraße/Priesterstraße erweitert die Stadt die bebaubare Grundstücksfläche bis auf drei Meter an die Innenquartierstraße Binnhoff heran.