Von Birgit Schulze

Uchtdorf/Tangerhütte. Nachdem es eineinhalb Wochen lang und nach vielen Elternbeschwerden eine Übergangslösung für Busse aus der Region Tangerhütte zum Tangermünder Gymnasium gegeben hatte, schien diese gestern früh erneut zusammengebrochen zu sein. In Uchtdorf und Weißewarte blieben wieder Schüler stehen, kamen erst durch einen Ersatzbus viel zu spät zum Unterricht.

Mehr als eine halbe Stunde warteten die Schüler in Uchtdorf bei Außentemperaturen von knapp über null Grad Celsius auf den Bus. Offenbar fuhr der Bus überhaupt nur, weil sich Mutter Katrin Burchert eingeschaltet hatte. Sie hatte den Tangerhütter Busunternehmer Peter Krüger privat angerufen, nachdem sie beim zuständigen Busunternehmen, den Regionalen Verkehrsbetrieben Westsachsen, das unter der Marke "Stendalbus" fährt, niemanden erreicht hatte.

Krüger hatte in den vergangenen Wochen eine nach den ersten chaotischen Tagen des neuen Busfahrplanes wegen überfüllter Busse zusätzlich eingerichtete Busverbindung Uchtdorf–Tangerhütte–Weißewarte–Bölsdorf–Tangermünde übernommen, sollte diese aber seit gestern plötzlich nicht mehr fahren. Stendalbus organisierte die Verbindungen ab diesem Tag neu. Das Unternehmen Altmarkbus, das bis zum Fahrplanwechsel die Busse gelenkt hatte, sollte nun die Strecke übernehmen.

Doch der geplante Bus gegen 6.30 Uhr kam gar nicht erst. "Meine Kinder kamen kurz vor sieben zurück. Zwischendurch fuhr noch der Bus zur Tangerhütter Grundschule. Als ich den Fahrer fragte, wusste der aber auch nicht, was los war. Was mich so ärgert ist, dass die Kinder schon wieder zu spät zur Schule gekommen sind. Und das obwohl wir für beide Kinder jetzt höhere Preise zahlen müssen, und dann kommt einfach kein Bus. Das geht doch nicht", sagt Katrin Burchert.

Jeweils 86 Euro im Monat muss sie neuerdings für die beiden Gymnasiasten ab Klasse 11 von Uchtdorf nach Tangermünde zahlen.

Schließlich wurden die Kinder gestern Morgen in Uchtdorf doch noch abgeholt, von einem Krüger-Bus. Auch in Weißewarte waren Schüler stehen geblieben, die "nachgeliefert" werden mussten.

"Manchmal kann man hier verzweifeln", sagt Peter Krüger, der besorgte Eltern oftmals als erster am Telefon hat. Weil man ihn kennt und weil er gerne hilft. "In der Mobilitätszentrale von Stendalbus war ja noch niemand zu erreichen", zeigt er Verständnis.

Was bleibt, ist die Frage, warum die Busse nicht pünktlich fahren, es erneut zu Problemen in den Abläufen kam und auch mehr als zwei Wochen nach Einführung des neuen Fahrplanes wieder Schüler zu spät zum Unterricht kommen müssen.

21 Schulen betroffen von den Änderungen

Auf der Internetseite des Busunternehmens finden sich mehrfach erneuerte Fahrpläne, darunter zahlreiche mit Änderungsstand 16. November. Insgesamt 21 Schulen sind von dieser neuerlichen Änderung betroffen. Änderungen, von denen bis gestern offenbar kaum jemand Notiz genommen hatte. Laut Mobilitätszentrale von Stendalbus wurden die neuen Fahrpläne kurzfristig an alle betroffenen Schulen weitergegeben, und seit Dienstagabend seien sie auch im Internet verfügbar gewesen.

Uwe Rößler, Geschäftsführer der StendalBus, sagte gestern Nachmittag: "Ich gehe davon aus, dass es hier operative Abstimmungsprobleme gab. Ab morgen klappt das wieder."

Die kurzfristige Lösung mit dem Unternehmer Peter Krüger sei eine Reaktion auf die zu vollen Busse zu Beginn der Schülerbusumstellung gewesen.

Im südlichen Bereich rund um Tangerhütte habe es aber noch Änderungsbedarf gegeben, die schulbezogenen Fahrpläne mussten zu einem bestimmten Stichtag umgestellt werden und der war gestern.