Es war die Krönung des Ganzen. Am Sonntagmorgen bot sich Besuchern des Alten Friedhofs ein Bild, das dem nach einem Kleinkrieg ähnelte. Jugendliche hatten hier in der Nacht extreme Gewalt an den Tag gelegt, für Zerstörung und Verwüstung gesorgt.

Tangermünde. "Jetzt ist Schluss", sagt Birgit Herzberg, Leiterin des Tangermünder Ordnungsamtes. Sie ist entsetzt über so viel sinnlose Gewalt, mit der am Wochenende auf dem Alten Friedhof für ein Bild der Verwüstung gesorgt wurde. "Es sah aus wie nach einem Kleinkrieg", beschreibt sie ihre ersten Eindrücke. Sie und auch Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz waren bereits am Sonntag über die Folgen der nächtlichen Zerstörungswut informiert worden. Am Rondell zwischen Grete-Minde-Haus und Grundschule hatten sich, wie in den Wochen zuvor auch schon, in der Nacht Jugendliche getroffen. Doch so hatten sie den Platz noch nie hinterlassen.

"Der komplette Zaun, der hier für Kinder der Grundschule ein Areal abgrenzt, wurde herausgerissen", beschreibt Bauhofleiter Bodo Hensche die Folgen. Erst vor kurzem war dieser gesetzt worden. Fünf Laternen seien zerschossen worden, eine Bank komplett herausgerissen und ein Papierkorb mit Fundament aus der Erde gezogen worden. "Selbst die Wegeinfriedungen wurden verbogen", so Hensche. Dabei handelt es sich um starke Metallbänder, die nur mit extremer Gewalt aus ihrer Fassung gerissen beziehungsweise in ihrer Form verändert werden können. Mittendrin in diesem Chaos lagen jede Menge Schnapsflaschen – ganz und auch zerschlagen.

"Gleich am Montagmorgen haben wir mit den Aufräumarbeiten begonnen", berichtet Hensche, "damit die Kinder sicher in die Schule gelangen konnten." Die Mitarbeiter des Bauhofes hatten versucht, die ersten Spuren der Gewaltausbrüche zu beseitigen.

"Aufräumen, damit die Kinder sicher zur Schule kommen"

Für Ordnungsamtsleiterin Herzberg setzte die Aktion am Wochenende einer langen Vorgeschichte sozusagen die Krone auf. "Wir wissen, dass dieses Rondell ein beliebter Treffpunkt ist", sagt sie. Auch habe es in der Vergangenheit immer mal wieder Lärmbelästigung für die Anwohner gegeben. Birgit Herzberg spricht von lauter Technomusik, davon, dass sogar die Polizei vor Ort war und die Musikanlage mitgenommen, immer wieder die Personalien von Jugendlichen registriert hätte. Bisher wisse niemand, wie das Problem dauerhaft gelöst werden könne. "Der Platz ist öffentlich. Jeder darf sich dort treffen", so Herzberg. Allerdings könne so etwas wie am Sonntag nicht mehr geduldet werden. "In unserer Gemeinde darf das nicht zum Dauerzustand werden. Wir haben viel Geld investiert, damit alles attraktiv ist", erklärt die Amtsleiterin.

Um Pläne für mehr Ruhe und Sicherheit zu schmieden, traf sich Birgit Herzberg gestern mit dem Leiter des Polizeireviers Stendal. Gemeinsam soll eine Lösung gefunden werden, um dem Auftreten der Jugendlichen an dieser Stelle entgegenwirken zu können. Wegen der Ausschreitungen am Wochenende werde die Stadt Anzeige gegen Unbekannt stellen.