"Speicherplatz" heißt eine künstlerische Werkschau, die seit gestern im Altmärkischen Museum zu sehen ist. Kunstlehrer Rainer Döring präsentiert darin Bilder und Skulpturen der vergangenen drei Jahre seines Schaffens.

Stendal. Das Duo "Mr. Frog goes fishing" – also der Frosch, der angeln geht – mit Tilman Frieser und Jörg Menge variierte gestern Nachmittag in gleicher Weise mit Jazz und Swing-Meldodien frei und gleichsam virtuos als musikalische Untermalung der Vernissage wie der Künstler in seinen Werken virtuose mit uns spielt. Frei, unbefangen, neugierig und somit ganz einzigartig – in Ton, auf Papier, mit Kohle.

Rainer Döring, der 49-jährige Künstler und Kunstlehrer aus Stendal, rückt erstmals bis zum 30.Januar 2011 mit der gestrigen Vernissage im Altmärkischen Museum von Stendal in seiner ersten Werkschau mit seiner Sicht auf Menschen und ihre Umgebung, ihre Umwelt, die Architektur heraus ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Er benutzt dafür Bilder wie Skulpturen, um seine Umgebung auf sich zu ziehen und so seine Gedanken auf sie wirken zu lassen. Doch dabei belässt es der studierte Kunst- und Mathematiklehrer nicht. Er spielt mit Begriffen wie innen und außen, wie Gegenwart und Vergänglichkeit.

Was dabei in den vergangenen drei Jahren herausgekommen ist, wollten sich zahlreiche Besucher zum aktuellen Eröffnungstag nicht entgehen lassen. Und was sie zu sehen bekommen, sind dann Werke, die "Winter" oder "Käfer" oder "Rauschgold" heißen. Letzteres versteht Döring als einen kleinen Weihnachtsgruß an seine Ehefrau. "Sonst kann man sich meine Bilder eigentlich nicht ins Wohnzimmer hängen." Ins echte Wohnzimmer zuhause. Dieses dann schon, so seine Frau mag.

Dörings eigentliches Wohnzimmer ist größer, es ist die Welt da draußen mit vielen ihren durchdringlichen wie undurchdringlichen Facetten und Reizen. Menschen mit verbundenen Augen genauso wie verschachtelte Wege in einem Labyrinth oder ein Augenblick von übereinandergelegten Momenten – also Dörings konservierte Gedanken; das Drinnen und das Draußen vereint.

Und er konserviert viel mehr. Seine Skulptur "Meine alten Bilder" zementiert seine vergänglichen Werke aneinandergereiht in quadratischen Schnipseln, verankert in Keramik. So konserviert er also auch sein Handeln und Tun für uns nach seiner Fasson. Er schmeißt nichts weg. Er speichert. Döring bleibt zwischen all seinem Schaffen ganz bodenständig, unterhält sich zwanglos mit Besuchern seiner Ausstellung und empfindet sich kaum anders; als niemand Besonderen. "Ich habe als kleine Junge angefangen zu malen", sagt er. Und er malt bis heute; also zeitlebens.

Gabriele Bark, die Museumsleiterin, musste lange kämpfen, bis Döring endlich ihrem Werben nachgab und bei ihr ausstellte. "Immer wieder musste ich ihn bitten", sagte sie gestern. Jetzt freue sie sich einfach umso mehr, dass es geklappt hat.

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