Das Theater der Altmark wurde als eines von 24 Landestheatern mit dem Deutschen Theaterpreis "Der Faust" ausgezeichnet. Er wurde an die deutschen Landesbühnen in ihrer Gesamtheit "als unverzichtbare Kulturvermittler" verliehen. Intendant Dirk Löschner sieht darin eine gerechtfertigte Würdigung der Leistung der Landestheater.

Stendal. Nicht nur, dass die Stendaler Theatermacher sich den Preis mit 23 anderen Theatern teilen müssen – sie können ihn noch nicht einmal herzeigen. Denn "Der Faust", wie die undotierte Auszeichnung heißt, ist mit dem Vorsitzenden der Landesbühnengruppe nach Radebeul gereist. Das soll bei TdA-Intendant jedoch die Freude nicht schmälern.

"Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins hat mit dem Faust seit 2006 die Möglichkeit, abseits der acht übrigen Kategorien einen Preis nach eigenem Gutdünken zu vergeben", sagt Löschner. "Mit der Verleihung an die Landesbühnen hat er bezeugt, wie beeindruckt er von der Vielfalt der Formate und der künstlerischen Arbeit der vielen kleinen Bühnen ist."

Mehr als 900 Städte und Gemeinden mit über drei Millionen Zuschauern erreichen die Landesbühnen mit ihren rund 3000 Mitarbeitern – vom Bühnentechniker und Kostümbildner über Orchester, Theaterpädagoge, Kasse und Marketing bis hin zu Schauspielern, Auszubildenden und Intendanz. Wenn man bedenkt, dass manch Staats-theater allein schon an die tausend Beschäftigte hat ...

"Sicherlich braucht man einen Preis nicht, um zu wissen, was man tut", sagt Dirk Löschner, "denn man tut es, weil man dafür brennt. Aber natürlich ist es schön, wenn es bemerkt wird." Bemerkt zu werden – das würde sich Dirk Löschner gern mehr vom nationalen Feuilleton wünschen. Auf der Jagd nach dem Besonderen, sagt er, würde dieses nur großen Häusern Aufmerksamkeit schenken. "Das Besondere aber", und damit meint er nicht das Pompöse, "findet man an kleinen Häusern. Da ist so viel Innovatives, da wagen die Leute noch etwas, ohne sich ständig in festgelegten Mustern zu reproduzieren."

Individuell bleiben und nicht Erwartungshaltungen bedienen, das hat sich Dirk Löschner, wie seinen Landesbühnenkollegen sicher auch, vorgenommen. Für das Theater der Altmark gelte: "Wir sehen zu, dass wir auf dem aktuellsten Stand sind, was literarische Prozesse angeht. So wie wir das zum Beispiel mit ¿Warten auf Godot‘ geschafft haben. Und wir wollen mit unseren Stücken in der Mehrzahl einen gesellschaftspolitischen Zeitbezug herstellen, weshalb wir auch einen so breit gefächerten Spielplan haben."

"Basisarbeit, nicht eine Schickimicki-Klientel bedienen", nennt Dirk Löschner den Auftrag einer Landesbühne wie des TdA, die rund die Hälfte der Vorstellungen außerhalb des eigenen Standorts gibt. "Das Urwüchsige ist bei den Landesbühnen, die sich ja aus Wanderbühnen entwickelt haben, noch drin", so Löschner und vergleicht sinnbildlich mit einer Currywurst, die ohne Blattgold eben doch am besten schmecke. "Landesbühnen setzen in der Technik und Umsetzung besondere Ansprüche an die Theatermacher, aber das ist auch das Reizvolle an unserer Arbeit." Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins hat‘s erkannt.

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