Von Egmar Gebert

Stendal. Die Eckpunkte der Forderungen der Zellstoffwerker auf dem Weg zu einem Tarifvertrag stehen. Die Tarifkommission habe sie auf ihrer Beratung am Mittwoch festgelegt und werde sie der Geschäftsführung übergeben, war gestern von Tarifkommissionsmitglied Jan Melzer zu erfahren.

Verhandlungsziel ist der Anschluss an den ostdeutschen Flächentarifvertrag der Branche. "Die Frage, die wir in offenen und vertrauensvoll geführten Verhandlungen mit der Geschäftsführung beantworten wollen, ist: Wie kommen wir da hin?", sagte Melzer zur Verhandlungsstrategie.

Festgelegt hat die Tarifkommission am Mittwochabend zudem, wer auf der Arbeitnehmerseite am Verhandlungstisch sitzen wird. Verhandlungsführer wird Holger Nieden von der IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) sein. Nieden ist einer der versiertesten Gewerkschafter auf diesem Gebiet, denn er ist der Verhandlungsführer des Hauptvorstandes Hannover der IG BCE für die papiererzeugende Industrie.

Tags zuvor hatten Belegschaft und Geschäftsführung des Unternehmens die Aufnahme von Tarifverhandlungen vereinbart. Die Zellstoff Stendal GmbH ist das einzige Werk der Brache in Deutschland, das ohne Tarifbindung arbeitet. Diesem Zustand ein Ende zu bereiten, ist seit Dienstag erklärter Wille beider Seiten (die Volksstimme berichtete).

Der nächste Schritt wird ein Sondierungsgespräch der Verhandlungskommission der Belegschaft mit der Geschäftsführung des Unternehmens sein. Die Tarifkommission werde der Geschäftsführung dafür zwei Terminvorschläge unterbreiten, sagte Melzer gestern. Er geht davon aus, dass diese erste Gesprächsrunde in der kommenden Woche stattfindet. An deren Ende soll und muss feststehen, wann die Tarifverhandlungen aufgenommen werden.

Weitere Mitglieder der Verhandlungskommission der Stendaler Zellstoffwerker werden Dirk Lehnert, Gewerkschaftssekretär des IG BCE-Bezirksvorstandes Halle- Magdeburg, sowie Andreas Engel und Jan Melzer von der Tarifkommission der Zellstoff Stendal GmbH sein.