5,7 Millionen Euro will die SWG 2011, 20 Millionen Euro insgesamt in den nächsten fünf Jahren investieren. Darüber informierte der städtische Wohnungsvermieter gestern. Nach den schwierigen Jahren um die Jahrtausendwende schätzt das Unternehmen seine wirtschaftliche Lage jetzt als weitgehend gesundet ein.

Stendal. Zu ihren wichtigsten Investitionszielen zählt die Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) den Umbau zu altengerechten Wohnungen, die energetische Sanierung der Gebäude, die Herrichtung von Singlewohnungen für junge Leute und auch weiterhin den Abriss nicht mehr benötigten Wohnraums. Mit diesen Maßnahmen will das Unternehmen seine Wohnungsbestände auf den demografischen Wandel in der Region vorbereiten, heißt es in einer Verlautbarung der SWG von gestern.

In dem in diesem Jahr erstellten, inzwischen vom Stadtrat bestätigten und mit den Banken abgestimmten Unternehmenskonzept ist von Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren die Rede, davon 5,7 Millionen im nächsten Jahr (siehe gelber Kasten). Aktiv werden will die SWG sowohl in den Wohngebieten Stadtsee und Nord als auch in der Bahnhofsvorstadt. Dort werden Wohngebäude saniert, Balkone angebaut sowie alten- und studentengerechte Wohnungen eingerichtet. Darüber hinaus werde es vereinzelt Neubaumaßnahmen und die Nachrüstung von Fahrstühlen geben, heißt es in der Mitteilung der SWG.

Neben solchen Aufwertungen seiner Bestände plant das Unternehmen auch den Abriss von 388 Wohnungen in den nächsten fünf Jahren. Mit all diesen Maßnahmen wolle man "auf einem schrumpfenden Markt seine Position stärken", heißt es.

Wegen sinkender Bevölkerungszahlen und steigender Leerstände war die hundertprozentige Tochter der Stadt Stendal um die Jahrtausendwende in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. In den folgenden Jahren war die SWG akut von Insolvenz bedroht. Ende 2005 beschloss der Stadtrat einen Sanierungsplan, der einen Gesellschafterkredit in Höhe von 5,9 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre beinhaltete.

Das Darlehen der Stadt werde zum Jahresende getilgt sein, vermeldet die SWG in ihrer gestrigen Verlautbarung. Die, wie es heißt: "intensive Sanierung" habe das Unternehmen "inzwischen wirtschaftlich in die Lage versetzt, die notwendigen Investitionen künftig ohne Kreditaufnahmen aus eigener Liquidität zu realisieren".