Das 60-jährige Bestehen ihres Vereins feierten am Sonnabend die Mitglieder des SV "Medizin" Uchtspringe. Während einer Talkrunde erzählten drei Gründungsmitglieder über die Anfangsjahre des Vereins, der 1950 als Betriebssportmannschaft ins Leben gerufen wurde.

Uchtspringe. "Wenn wir nicht gewesen wären, wäre der Sportverein in Uchtspringe nicht so schnell gegründet worden", berichtete Wolfgang Gutzeit. Das Gründungsmitglied war während der Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen des Sportvereins "Medizin" Uchtspringe am Sonnabend Gesprächspartner der Talkrunde. Diese moderierte der Geschäftsführer des Vereins, Stefan Roggenthin. Weitere Gesprächsteilnehmer waren die Gründungsmitglieder Werner Seel (85) und Heinz Förster (88). Eingeladen war auch Walter Herms aus Jävenitz. Aus gesundheitlichen Gründen nahm er nicht an der Runde teil.

Am 18. November 1950 wurde die Betriebssportmannschaft im kleinen Saal im Klubhaus am Bahnhof gegründet. Die Umwandlung zum Sportverein erfolgte 1990. Alles begann in Volgfelde. Dort spielten die Kicker. "Oft war es schwierig, eine Mannschaft zusammenzustellen. Da hatte Heinz Förster die Idee, in Uch tspringe eine Betriebssportmannschaft ins Leben zu rufen", erinnerte sich Gutzeit. Er wusste den Gästen so manche Anekdote aus den ersten Vereinsjahren zu berichten. Zum Beispiel, dass die Spieler zu den Turnieren in der Umgebung mit dem Fahrrad fuhren.

Werner Seel kam wegen der Liebe nach Uchtspringe. Als bekennender Fußballer war er von Anfang an im Verein dabei. Er unterstützte die Mannschaft als Verteidiger, Stürmer und stand sogar im Tor. "Ein toller Sportsmann ist der Herr Seel", rief Heinz Förster aus. Die Gäste applaudierten. Förster selbst braucht sich auch nicht zu verstecken. Er erhielt bereits die Ehrennadel in Gold des Deutschen Fußballbunds und sogar das Bundesverdienstkreuz.

Die zahlreichen Verdienste von Heinz Förster als Vorstandsmitglied sind den Vereinsmitgliedern bestens bekannt. Wie es aber um Försters Qualitäten als Fußballer stand, wollte Roggenthin wissen. "In der Verteidigung war er ein ganz Großer", antwortete Gutzeit.

Überhaupt stand der Verein vor Jahrzehnten ganz oben am Fußballhimmel. "Sogar die Mannschaft aus Berlin Mitte ist zu uns gekommen und wir haben sie mit 4:2 nach Hause geschickt", freut sich der 79-Jährige noch heute über die Leistung. Zwei Tore hat er dabei übrigens selbst geschossen. Auch heute verfolgt Gutzeit die Leistung der Uchtspringer Fußballer: "Ich lese in der Volksstimme die Ergebnisse und bin erfreut über die guten Erfolge."

Die Abschlussfrage Roggenthins lautete, wo die drei Urgesteine des Uchtspringer Sports die Mannschaft zum 100-jährigen Bestehen in 40 Jahren sehen. Gutzeit, Förster und Seel waren sich einig: Aufstieg in die nächste Klasse. Derzeit spielt die erste Mannschaft in der Kreisoberliga. Die zweite Mannschaft ist in der zweiten Kreisklasse.

Weitere Gäste der Veranstaltung waren Vertreter des Fußballfachverbands, der Hansestadt Stendal sowie treue Fans. Stendals stellvertretender Oberbürgermeister Axel Kleefeldt überreichte dem Vereinsvorsitzenden Thomas Adam sowie Sven Reifke den Sportlerpreis der Stadt.

Zum Jubiläumsfest sollten die Fußballer neue Trikots bekommen. Diese kamen aber nicht rechtzeitig im Sportlerheim an. "Wegen des Schnees ist der Lkw steckengeblieben", berichtete Sven Reifke.

Der Verein zählt derzeit rund 140 Mitglieder. Die betätigen sich in den Sektionen Fußball (etwa zwei Drittel), Tischtennis, Kraftsport, Motorsport und Gymnastik. Roggenthin erinnerte die Mitglieder an "Ihren Auftrag an der Gesellschaft". Der Verein schaffe ein soziales Netzwerk, sei generationsübergreifend und biete jungen Menschen soziale Anerkennung."

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