Kreativ sein, sich Geschichten ausdenken und Gedanken formulieren. Das Grundschulschreiberprojekt, initiiert vom Friedrich-Bödecker-Kreis, soll die literarischen Fähigkeiten von Grundschulkindern fördern. Als eine von drei Schulen in ganz Sachsen-Anhalt nahm auch die Ganztagsgrundschule Stendal daran teil. Gestern fand die Abschlussveranstaltung zum ambitionierten Lese- und Schreibprojekt statt.

Stendal. Momentan ist es noch ein Bündel aus losen Blättern, doch schon bald soll daraus ein Buch entstehen. Geschichten von kleinen Helden, großen Gefahren und wunderbaren Wünschen. Es sind all die Geschichten, die sich die kleinen Grundschulschreiber der Ganztagsgrundschule Stendal ausgedacht haben, es sind die Geschichten, die sie in ihren Köpfen selbst erleben, die, von denen sie träumen.

Von Affen, Giraffen und Baumhäusern

Das Grundschulschreiberprojekt hat sich in vielen Bundesländern als Reaktion auf die Ergebnisse der PISA-Studie ergeben. Es ist ein Projekt des Friedrich-Bödecker-Kreises in Sachsen-Anhalt und soll das kreative Schreiben während eines längeren Zeitraumes intensiv fördern. Unter Anleitung eines erfahrenen Autors haben die Schüler Texte verfasst und sich zu Themen geäußert. Die Arneburger Autorin Karen Galster, selbst Mutter von zwei Kindern, begleitete die Mädchen und Jungen der vierten Klasse der Ganztagsgrundschule während ihrer Schulschreiberzeit.

Gestern fand in der Aula der Schule die Abschlussveranstaltung dazu statt. Direktorin Anette Lenkeit zeigte sich sichtlich stolz über ihre Schulschreiber, sie hielt das Bündel der Texte in der Hand und versprach: "Bis nach den Weihnachtsferien habe ich alle Geschichten gelesen. Die, die ich schon gelesen habe, finde ich einfach wunderbar."

Einige Kostproben aus dem Geschriebenen trugen die Viertklässler vor. So las Fritzi die Geschichte über ihr Wunschbaumhaus vor und ließ dabei alle Zuhörer an ihrer Vision vom perfekten Spiel- und Treffpunkt teilhaben. Alexander erzählte seine witzige Geschichte von Affen und Giraffen und brachte seine Mitschüler und auch die Lehrer durch lustige Reime zum Schmunzeln.

"Beim nächsten Mal, wenn wir uns treffen, haben wir schon unser Buch in der Hand. Und ich hoffe, bis dahin haben wir einen Titel für dieses tolle Werk", sagte Karen Galster. "Es war nicht immer einfach, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen und zeigt, wie viel Arbeit darin steckt", resümierte sie.

Und zum Abschluss gab es noch Geschriebenes nach Noten: "Ach, wie gut, dass jeder weiß, dass ich Leseratte heiß. Manchmal heiß ich Däumling, oft auch Robin Hood", sangen die Grundschulschreiber stolz.