Die Stendaler Migranteninitiative steht für Toleranz in der Gesellschaft. Dazu gehört für sie auch das Kennenlernen der deutschen Kultur.

Stendal l Am 30. November hat das Land Sachsen-Anhalt zum zweiten Mal den Integrationspreis verliehen. Aus 35 Bewerbungen hat eine neunköpfige Jury sechs Gewinner ausgewählt. Mit dem 1. Preis und 1000 Euro in der Kategorie "Ehrenamtliches Engangement" wurde die Stendaler Migranteninitiative (SteMi) geehrt.

Eine Gruppe aus Deutschen und Migranten hatte sich 2008 zusammengeschlossen, um sich gemeinsam stark zu machen für Toleranz, Akzeptanz und Migration. "Der Unterschied ist unsere Stärke" lautet ihr Motto.

Mittlerweile hat die SteMi 25 Mitglieder. Und die kommen aus der ganzen Welt. "Wir haben Länder wie Marokko, Philippinen, Mali oder Sierra Leone...", zählt der Ausländerbeauftragte Joachim Handschag stolz auf und stellt lachend fest: "Wenn wir noch einen Australier auftreiben, haben wir alle Kontinente."

Zehn aktive ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen für einen Austausch zwischen den Kulturen. Sie gehen an Schulen und Kitas, informieren und klären Kinder sowie Jugendliche über ihr Land und ihre Kultur auf. Und sie basteln gemeinsam, machen Musik. Sie suchen die Öffentlichkeit ganz bewusst - um Vorurteile abzubauen, für Toleranz zu werben und Verständnis für Zugewanderte zu wecken.

Mittlerweile besuchen die Ehrenamtlichen auch Senioren. "Wenn wir von der SteMi über uns erzählen und unsere Traditionen erklären, haben die Menschen oftmals ein richtiges Aha-Erlebnis", freut sich Handschag über die erfolgreiche Arbeit.

Die eigenen Kultur nicht fallen zu lassen, ist für eine erfolgreiche Integration genauso wichtig, wie das Kennenlernen der Deutschen Kultur. Dafür geht die Gruppe auch schonmal ins Theater, erst im Juni hatte sich die SteMi ¿Anatevka\' angesehen.

Weitere Informationen unter E-Mail: stemi-sdl@web.de, Tel.: (03931) 565965