7500 Kilometer, 19 Tage: Der Stendaler Carsten Schön hat an einer Wohlfahrtsrallye für Westafrika teilgenommen.

Stendal/Banjul l "Die Rallye war so gut, dass wir sie mit dem Auto wohl nicht noch einmal machen werden. Das nächste Mal kann es nur schlechter werden", sagt Carsten Schön aus Stendal mit einem Schmunzeln. Mit seiner Freundin hat er an der zwölften Charity-Rallye Dresden-Daker-Banjul teilgenommen und mit 26 weiteren Teams Autos für den guten Zweck von Deutschland in das 7500 Kilometer entfernte Gambia überführt.

19 Tage dauerte das Abenteuer, das für die knapp 60 Teilnehmer ohne Zwischenfälle verlief. "Es lief alles nach Plan, es gab keine Unfälle, keine Verzögerungen an den Grenzen, und es war ein unglaubliches Abenteuer", erzählt Schön.

Der 42-Jährige saß am Steuer eines 15 Jahre alten Subarus und steuerte ihn ohne Probleme auch durch die Wüste. "Zunächst hatten wir befürchtet, dass wir in der Sahara versanden, doch wir kamen ohne Probleme durch", sagt der Wahl-Stendaler. Auf seiner 19-tägigen Reise durchquerte er nicht nur Deutschland, Teile Frankreichs und Spanien, sondern auch Marokko, Mauretanien, Senegal und schließlich Gambia. Dass alles so gut geklappt hat, lag zum Teil auch an der guten Vorbereitung. Schöns Kumpel Nick Eggert aus Stendal hat den Wagen vor der Abfahrt hergerichtet. "So würde er auch durch den deutschen TÜV kommen", sagt der Kfz-Mechaniker.

Am 4. Dezember erreichten sie die gambische Hauptstadt Banjul und wurden dort von hunderten Einheimischen begrüßt. Am nächsten Tag fand zu Ehren der Gäste, die aus allen Teilen Deutschlands angereist waren, ein Fußballspiel statt. Außerdem sahen sich die Besucher einige Projekte der Dresden-Banjul-Organisation (DBO) an. Sie ist nicht nur Veranstalter der Rallye, sondern hilft den Menschen in Gambia mit verschiedenen Vorhaben. Seit dem 14. Dezember 2007 haben sie den Status einer NGO (Non Governmental Organisation: Nichtstaatliche Organisation).

"Hier wird nicht nur versucht zu helfen, diese Hilfe kommt auch an, davon konnten wir uns überzeugen", berichtet Schön. Seit seinem letzten Besuch vor zwei Jahren - zu dieser Zeit war er mit seinem Chor in Gambia unterwegs - habe sich vor Ort viel verändert. So gebe es inzwischen einige Vorschulen in Banjul, eine Gesundheitsstation wurde aufgebaut und die Armenspeisung sei wieder neu aufgenommen worden. Um weitere Mittel für eben jene Projekte zusammenzutragen, wird auch die Rallye veranstaltet.

Höhepunkt der 7500 Kilometer langen Tour war am Nikolaustag die Versteigerung der deutschen Fahrzeuge auf dem Marktplatz der Hauptstadt. Dabei kamen insgesamt 1,6 Millionen Dalasis zusammen, das sind umgerechnet 41000 Euro. Carsten Schöns 15 Jahre alter Subaru wechselte für knapp 2100 Euro den Besitzer. Gekauft wurde er von einem Franzosen. "Er war in seiner alten Heimat zu Besuch und hat das Auto für seine Verwandten gekauft", erzählt Schön. Sein Vater Frank Schön freute sich vor wenigen Tagen ebenfalls über die gelungene Aktion. Er hatte den Wagen für die Rallye gestiftet. "Das ist schon der zweite Wagen unserer Familie, der nun in Westafrika unterwegs ist", sagt Sohn Carsten. So hatte sein Vater vor wenigen Jahren bereits einen Toyota Carina in den Süden verkauft.

Zu den schönsten Momenten zählte für Carsten Schön die Übernachtung in der Wüste. "Ich dachte immer, die Altmark hat einen tollen Sternenhimmel, doch der in der Sahara war noch eine Ecke besser."

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