Stendal (ge) l Die geruhsamere Zeit zwischen den Jahren ist dem dem

Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Altmark, Hans-Erich Schulze,

Anlass, auf ein bewegtes Jahr zurückzuschauen und den Blick aus seiner persönlichen Prspektive und aus der des altmärkischen Handwerks auf Wesentliches zu richten. Hans-Erich Schulze schreibt:

"Täglich überfluten uns die Medien über Finanz-, Banken-, Wirtschafts- und Eurokrise. Trotz riesiger Verschuldungen werden Milliarden in Rettungsschirme, europäische und nationale Bank- und Wirtschaftssysteme zur Sicherung Europas (Euro) hinterlegt. Es kann uns ,normalen\' Bürgern schon Angst und Bange werden. Wie lange müssen wir diese Unruhe noch ertragen? Gerade zum Jahreswechsel stellt man sich diesbezüglich die eine oder andere Frage.

Lasst uns innehalten. Zeit ist kostbar - wir sollten sie genießen und positiv einsetzen, nicht nur zu Weihnachten und zum Jahreswechsel.

Allerdings tauchen immer wieder Fragen auf: Warum diese Hast, dieser Druck, die Angst um die berufliche Existenz? Warum immer mehr Ungerechtigkeit, menschliche Kälte, die uns spaltet und belastet?

Wir sollten besonders in dieser Zeit in Ruhe und Besinnlichkeit nachdenken, nachdenken über unsere Gesellschaft und unseren Beitrag im täglichen Leben. Genaueres Hinschauen kann uns lehren, wie bedeutsam es ist, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren und zu erkennen, dass unser beständiges Streben nach ,mehr und mehr\', nach ,groß und immer größer\' nicht gleichzusetzen ist mit besserer und wahrer Lebensqualität.

Natürlich sind auch wir Handwerker im täglichen Lebensablauf, im wirtschaftlichen Kreislauf eingebunden und wollen unseren Beitrag für unsere Gesellschaft leisten. Darum wird der Kampf für den Erhalt unserer Betriebe, unserer Arbeits- und Ausbildungsplätze weitergehen. Die Sprache des Handwerks muss deutlich und vernehmbar sein, der wirtschaftliche Wettbewerb gerechter. Zum Jahreswechsel möchte ich Schelte in irgendeine Richtung vermeiden, aber doch an Schlagworte wie Gemeindeverordnung, Rundfunkstaatsvertrag, Vergabegesetz, Mittelstandsfreundlichkeit, Schattenwirtschaft oder Förderpolitik erinnern.

Allerdings - und das ist positiv zu bewerten - war das Handwerk 2011 mit guten wirtschaftlichen Ergebnissen in allen Branchen tätig. Auch ein großer Dank an alle Innungsmitglieder, Haupt- und Ehrenamtsträger sei mir gestattet. Unsere gute kollegiale Zusammenarbeit, auch mit unseren Partnern, Geschäftsfreunden, Verbänden und Kammern wird uns weiter stärken und unseren Zielen und unserem Ansehen Anerkennung und Wertschätzung bringen.

Für die gute und äußerst loyale Zusammenarbeit mit unseren Handwerkskolleginnen- und Kollegen aus dem Altmarkkreis Salzwedel, die noch zum Jahresende zur Fusion beider Kreishandwerkerschaften führte, möchte ich mich mit großer Anerkennung bedanken. Beide Organisationen in ihren Landkreisen sind wirtschaftlich gut aufgestellt mit hohem Potential an Betrieben, Fachpersonal und Ausbildungsplätzen. Der Zusammenschluss soll der weiteren Stärkung unseres Handwerks, auch zur Durchsetzung gerechterer, wirtschaftlicher Forderungen führen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, schenken Sie dem Handwerk weiter Ihr Vertrauen. Wir wollen Ihr zuverlässiger Partner in Ihrer Region sein und es auch bleiben.

Ihnen, allen Handwerkern, unseren Mitarbeitern, Freunden und Partnern wünsche ich Zuversicht, wirtschaftlichen und persönlichen Erfolg, viel Gesundheit und ein gutes Jahr 2012."