Stendal l Rund 57 Millionen Euro werden die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium in den zweigleisigen Ausbau der Eisenbahnstrecke Stendal-Uelzen investieren. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung wurde zwischen den Jahren unterzeichnet. Darüber informierten beide Seiten in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Der Baubeginn ist für Sommer 2012 vorgesehen, im Jahr 2014 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

"Ich freue mich, dass wir noch vor Jahresende dieses wichtige Projekt auf die Schiene bekommen haben", sagte Enak Perlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister. Der Ausbau der Strecke sei eine enorm wichtige Verbesserung für die Anbindung der deutschen Seehäfen.

Insgesamt wird die Bahn in den kommenden Monaten zwei Streckenabschnitte auf einer Länge von rund 21 Kilometern mit einem zweiten Gleis ausstatten. Der derzeit bestehende so genannte Begegnungs- und Überholungsabschnitt zwischen den Bahnhöfen Hohenwulsch und Brunau-Packebusch sowie zwischen Rademin und Salzwedel ist zweigleisig und dreizehn Kilometer lang. Er soll sowohl in östlicher als auch in westlicher Richtung verlängert werden.

Das künftige zweite Gleis wird an die vorhandene elektronische Leit- und Sicherungstechnik angeschlossen. Entsprechend sind Anpassungen an den bestehenden elektronischen Stellwerken erforderlich. Insgesamt werden 15 Bahnübergänge angepasst und sechs Weichen neu gebaut.

"Dieses Projekt ist für die Bahn von besonderer Bedeutung", sagte Oliver Kraft, Vorstandsvorsitzender der DB Netz AG. Zum einen werde dadurch die Kapazität für den Güterverkehr erhöht und gleichzeitig der Regionalverkehr verbessert. Zum anderen sei der Ausbau der Strecke ein wichtiger Baustein des Wachstums-programms, mit dem in den kommenden Jahren die Netzkapazitäten vor allem für den Güterverkehr erhöht werden sollen.

Das Wachstumsprogramm ist Bestandteil der Investitionsstrategie von DB Netz. Kernelement ist der Ausbau von Knoten und Alternativrouten zu stark belasteten Strecken. Dazu gehört eben auch der Ostkorridor von Hamburg über Uelzen und Magdeburg bis nach Regensburg und München. Er soll mittelfristig die stark befahrenen westdeutschen Güterverkehrsstrecken aus den norddeutschen Seenhäfen entlasten.

Ohne Einschränkung kann der Verkehr auf dem bestehenden Gleis laut der Bahn-Pressestelle in Leipzig auch während der Bauarbeiten rollen. Allerdings werde es zeitweise Einschränkungen im Zugverkehr geben, etwa wenn Weichen und Stellwerkstechnik eingebaut werden. Behinderungen für den Straßenverkehr gebe es bei Bauarbeiten an Bahnübergängen.