Stendal l Auf die Spur von neun in Origamie-Manier gefalteten Zehn-Dollar-Scheinen, die er verschenkt hatte, begab sich der in New York lebende Ming-Wei Lee mit Künstlerblick und Kamera. Einige hatten den "Zehner" in Banane und Jogurt, in Pantoffel, in eine CD von Paul Simon umgewandelt, einige sich aber die Geld-Kunst bewahrt. Ming-Wei Lee erzählt diese Geschichte künstlerisch. Zu sehen ist sie ab Sonntag im Altmärkischen Museum in Stendal.

Dort öffnet am Sonntag die Ausstellung "Dreißig Silberlinge - Kunst und Geld". Die Vernissage ist der Beitrag des Altmärkischen Museums zum Internationen Museumstag, der am 20. Mai stattfindet.

Bei der Schau ist die Zehn-Dollar-Geschichte eines von rund 70 Exponaten. Aber wohl jenes, das diese Ausstellung erst ermöglichte. Die Origamie-Scheine inspirierten nämlich Dr. Stefan Haupt dazu, Arbeiten zum Thema "Geldkunst" aufzuspüren. Die Privatsammlung des Berliner Rechtsanwalts umfasst inzwischen rund 150 Werke. Ein Teil davon ist nun in Stendal zu sehen.

"Es handelt sich um Gegenwartskunst, Werke aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts bis heute", erläutert Dr. Hermann Büchner, Kurator der Sammlung und auch der Schau in der Rolandstadt. Sie präsentiert Künstler unter anderem aus den USA, aus England, Finnland, Russland und Deutschland. Wurde Stefan Haupt anfangs vornehmlich auf Messen und Galerien fündig, so werden dem inzwischen bekannten Sammler nun auch immer wieder Stücke direkt angeboten.

Die Geld-Kunst zeigt sich recht vielseitig. Malerei, Tiefdruck, Makroaufnahmen, Fotografien, Plakate hängen in den Stendaler Ausstellungsräumen. Auch echtes Geld hat dort Platz gefunden. So von Joseph Beuys, der einen Fünfmarkschein mit einem Porträt übermalt hat.

Einige Künstler kreieren ihr eigenes Geld - und bringen sich damit durchaus auch mal in die Bredouille, wie Hermann Büchner zu berichten weiß. So soll der Amerikaner Douche Doogs wegen des Vorwurfs der Geldfälschung sogar kurzzeitig in Haft gekommen sein. Nahe seiner Arbeit ziert ein Gutschein der Gaststätte "Kommandantur" in Berlin die Ausstellung; sie ermuntert "Trinkt mehr Bier!".

Eine Schau also mit vielen Facetten. Gabriele Bark freut sich über die Ausstellung zum Internationen Museumstag. Nun hofft die Sachgebietsleiterin Altmärkisches Museum auf viele Besucher am Sonntag. "Der Eintritt ist kostenlos wie auch die Führungen durch die Schau", informiert Gabriele Bark.