Eggenstedt (skr). Die Tage der "Cabrio-Kirche" in Eggenstedt sind gezählt. Das Gotteshaus war vermutlich ganze 64 Jahre ohne Dach der Witterung ausgesetzt. Das hat nun ein Ende. Nach der Sanierung der maroden Mauerkronen, wird seit Donnerstag der neue Dachstuhl gesetzt. Im Sommer hätten auf den freiliegenden Mauerkronen sogar Sonnenblumen geblüht, berichtet Pfarrerin Renate Hirschligau. "Unglaublich, aber selbst Wurzeln von Birkenbäumen hatten sich bereits in das Mauerwerk gegraben", erzählt sie. Nächste Woche soll der komplette Dachstuhl stehen, danach beginnen die Verschalungsarbeiten am Dachstuhl. Am Montag, 22. November, soll dann um 15 Uhr das Richtfest gefeiert werden. "Zu diesem feierlichen Anlass sind natürlich alle Eggenstedter, Gemeindemitglieder, Spender, Sponsoren und Interessenten eingeladen."

Anschließend kommen die Dachdecker zum Einsatz. Die Kirche bekommt ein Satteldach. "Es wird mit Ziegeln eingedeckt", weiß die Pfarrerin. Wenn das Wetter mitspielt, könnte die Baumaßnahme Ende November abgeschlossen sein.

Rückblick: Bereit vor sieben Jahren hatte die Gemeinde den ersten Fördermittelantrag für ein neues Dach gestellt. Doch erst jetzt flossen die Mittel. Um Eigenmittel zu sammeln, wurde 2006 von der Gemeinde die Konzertreihe "Eine kleine Dachmusik" ins Leben gerufen, die sich großer Beliebtheit erfreut und Geld in den Spendentopf spülte. Die Konzertreihe werde es auch weiterhin geben. Es seien weitere Konzerte geplant.

Insgesamt kamen durch private Spenden und Sponsoren insgesamt 18 000 Euro zusammen, die die Gemeinde als Eigenmittel für die Baumaßnahme aufbringen konnte. Insgesamt beläuft sich die Investitionssumme für das neue Dach auf 113 000 Euro. Die Gemeinde erhielt dafür Fördermittel in Höhe von 38 600 Euro. "Ohne dem wäre es nicht gegangen", betont Pfarrerin Hirschligau. Den Löwenanteil der Bausumme schulterte mit 58 815 Euro der Kirchenkreis Egeln. "Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken", fügt die Pfarrerin hinzu.

Vom ersten Gedanken daran, dass die Kirche unbedingt wieder ein Dach bekommen muss, bis heute seien laut Renate Hirschligau zehn Jahre ins Land gegangen. "Es war ein weiter Weg", sagt sie. Nach den Arbeiten am Dach seien weitere Baumaßnahmen nötig, zum Beispiel müsse der Fußboden erneuert und die Epitaphien, die sich noch in der Kirche befinden, restauriert werden. "Es sind auch neue Fenster geplant. Das allerdings ist alles noch Zukunftsmusik", erklärt die Pfarrerin.

Auf die Frage, wann es denn ersten Gottesdienst unter dem neuen Kirchendach gebe, antwortete Renate Hirschligau: "Ich spiele mit dem Gedanken eventuell den Gottesdienst an Heiligabend in der Kirche abzuhalten. Aber über die Idee müssen wir noch im Gemeindekirchenrat sprechen. Im nächsten Jahr soll es aber auf jeden Fall an Himmelfahrt in der Kirche eine Einweihungsfeier mit einem Gottesdienst geben."

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