Nachdem die einstige Stadt Hadmersleben drei Jahre keinen genehmigten Haushalt hatte, können im Frühjahr in dem heutigen Oschersleber Ortsteil länger geplante Straßenbauvorhaben beginnen. Das nötige Geld ist im Haushalt von Hadmersleben noch festgeschrieben worden.

Hadmersleben. Schon länger ist den Einwohnern von Hadmersleben sowie dem einstigen Stadtrat der Bereich zwischen dem Amt und der L 66 ein Dorn im Auge. Nun kann dieser Schandfleck beseitigt werden, wie die Anlieger des Amtes und der Perlstraße jüngst in einer Informationsveranstaltung erfahren haben.

"Sie sind tatsächlich durch die Löcher gefahren?", wurde der Planer Lutz Vogel von der Muting GmbH Magdeburg während der Versammlung gefragt. "Ja, ich bin hindurch gefahren, aber ich habe einen Allrad-Antrieb und bin daher nicht stecken geblieben", so der Planer.

Haftpflichtansprüche drohen bereits

Auf Einwände von Bürgern, die meinten, die Straße zum Amt müsse für die wenigen Leute, die dort wohnen, nicht saniert werden, zumal die Sache auch beitragspflichtig für alle Hadmersleber Grundstückseigentümer wäre, antwortete Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski: "Die Anbindung ist so desolat, dass hier bereits Haftpflichtansprüche auf die Stadt Oschersleben zukommen könnten. Hier müssen wir unbedingt handeln."

Wie Lutz Vogel weiter berichtete, habe es bereits Absprachen mit dem Landesbetrieb Bau gegeben. Es werde entsprechend der Klassifizierung der Straße ein höherwertiger Asphalt verwendet. Die Schienen der einstigen Feldbahn bleiben zur Wahrung eines Stücks Hadmersleber Geschichte erhalten, ein Gehweg wird entstehen und Mulden fangen das Oberflächenwasser, das nicht auf die Landesstraße gelangen soll, auf und lassen es versickern.

Etwa 44 000 Euro sind für die Sanierung der Amts-Anbindung veranschlagt. Wie die Verkehrsführung dann aussehen soll, steht noch nicht fest, hier muss der Ortschaftsrat noch abschließend über eine eventuelle Einbahnstraßenregelung beraten.

Ein weiteres geplantes Bauvorhaben ist die Sanierung des westlichen Seitenbereiches der Perlstraße. Hier soll ein neuer Fußweg gebaut, die Straßenbeleuchtung und die Bepflanzung erneuert werden. "Die Straße fassen wir auf keinen Fall an, sie hat noch eine gute Spannung", erklärte der Planer den Bürgern.

Neue Anschlüsse für Trinkwasser

Für die Bauarbeiten konnte der Trink - und Abwasserverband Börde (TAV) mit ins Boot geholt werden. Der Verband wird Trinkwasseranschlüsse erneuern und einen Schmutzwasserkanal bauen, wie Christiane Uebigau informierte. Bei einer Kamerabefahrung wurde bereits festgestellt, dass der alte "Bürgermeisterkanal" eklatante Schäden aufweist. Ein Regenwasserkanal ist in der Straße allerdings nicht ge-plant, das Regenwasser soll nach Anpasssung der Gossen oberflächlich ablaufen.

Beginnen werden die Bauarbeiten an der Thiestraße. Der Fußweg wird die Mindestbreite zwei Meter bekommen.

Auch Parkbuchten entstehen, sie sind nur auf dieser Straßenseite möglich. Nach Meinung der Anwohner sollte sich die Anzahl noch erhöhen. Allerdings treiben gerade die Parkbuchten die Kosten in die Höhe, gab Steffen Czerwienski zu bedenken.

Strommasten werden verschwinden

Die alten Strommasten kommen weg, es werden neue Straßenlaternen nach dem Muster der bereits in Hadmersleben vorhandenen Laternen installiert. Der Fußweg wird im grauen Betonsteinpflaster, die Grundstückeinfahren im gelben Pflaster erstellt, die Parkbuchten in Naturstein.

Einst waren die Kugelrobinien die Perlen der Perlstraße und gaben ihr den Namen. Die alten Bäume kommen nun weg, werden aber durch elf neue Kugelrobinien ersetzt. So hat es der Ortschaftsrat entschieden.

Er soll nun erneut diskutieren, ob man nicht ein einheitliches Bild schafft und die Koniferen auf der anderen Straßenseite entfernt und auch dort Kugelrobinien pflanzt. Das war auch der Tenor der anwesenden Bürger.

Die geschätzten Baukosten für die Seitenbereiche der Perlstraße betragen 72 000 Euro, hinzu kommen 120 000 Euro Investitionen des TAV.

Die Arbeiten sollen jetzt ausgeschrieben werden und dann im Frühjahr beginnen, so Annegret Sterz vom Tiefbauamt der Stadt Oschersleben.