Der Vorabend des zweiten Advents stand in der Hötensleber Bartholomäuskirche ganz im Zeichen großer, festlicher Musik. Bereits zum vierten Mal sangen und spielten in dem Gotteshaus Chöre, Kapellen und Solisten Teile von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium.

Hötensleben. Das Konzert stand unter der Leitung von Pfarrer Peter Mücksch als Dirigent. Stimmliche und instrumentale Akteure waren die Chorgemeinschaft Hötensleben, die Kantorei Aschersleben, Gäste aus Chören des Kirchenkreises Egeln sowie die Saxonia Music Company aus Leipzig. An der Orgel begleitete Kirchenmusikdirektorin Beate Besser die Aufführung. Die Musiker spielten vor "vollem Hause", denn die Plätze in der Kirche waren restlos besetzt.

Mit "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage…" eröffnete der Chor beeinruckend die erste Kantate des musikalischen Meisterwerks aus dem Jahre 1734. Darin wird das Weihnachtsgeschehen in einer fortlaufenden Folge aus Arien und Chorälen von Erzählung, Betrachtung und Gebet dargestellt. Der Chor verkörpert dabei die Gemeinde. Textquellen sind das Lukas- und das Matthäus-Evangelium der Bibel.

Als Solisten wirkten Juliane Claus (Sopran), Elisabeth Baumgarten (Alt), Jürgen Groth (Bass) und Tobias Hunger (Tenor) mit. Besonders letzterer hat als Evangelist, also als Erzähler der Weihnachtsgeschichte, während der Aufführung eine hervorgehobene Bedeutung. Der schallende Klang der Trompeten und Pauken sowie die D-Dur-Tonart und die festliche Stimmung mit dem jubelnden Eingangschor unterstreichen im ersten Teil die Freude über die Ankunft Christi. Der zweite Teil besteht aus der Verkündigung der Engel bei den Hirten auf dem Feld. Die Lieblichkeit der Landschaft und die friedliche Stimmung werden besonders durch typische "Pastoral-Musik" hervorgehoben. Der dritte Teil beschreibt dann den Weg der Hirten nach Bethlehem, um den Gottessohn zu begrüßen.

Die barocke Sankt-Bartholomäus-Kirche ist wie geschaffen für die Musik des Barock, und so war es nicht verwunderlich, dass das Gotteshaus wieder bis auf den letzten Platz gefüllt war. Zahlreiche Musikfreunde aus Hötensleben und den Nachbargemeinden sowie aus Magdeburg, Helmstedt und Braunschweig wollten sich diesen Genuss mit einem hochkarätig besetzten Orchester nicht entgehen lassen.

Das Weihnachtsoratorium – in Hötensleben alle zwei Jahre aufgeführt – ist die richtige Einstimmung auf das bevorstehende Fest. Lang anhaltende Ovationen des begeisterten Publikums folgten dann auch dem Schlusschoral. Dr. Hermann Buchwald dankte den Musikern und Sängern im Namen aller Anwesenden für ihre Leistung und lud sie ein, bei der nächsten Darbietung dieser Art in Hötensleben wieder mitzuwirken: "Sie waren alle so gut – sie dürfen gern wieder kommen!" Buchwald dankte außerdem dem Kirchenkreis Egeln für die finanzielle Unterstützung dieser Veranstaltung, die im Nachklang von Gästen so beschrieben wurde: "Ein wunderbares Konzerterlebnis! Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal!"

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