Die Änderung des Flächennutzungsplanes in Harbke stößt diesseits und jenseits der Landesgrenze auf unterschiedliche Meinungen. Während die Stadt Helmstedt Ablehnung äußerte und auch begründete (Volksstimme berichtete), gibt es nicht nur in der Verbandsgemeinde Obere Aller zustimmende Bewertung.

Harbke. Es geht um die Planung zur Vorbereitung eines Autohofes an der Autobahnabfahrt Marienborn/Helmstedt, die in Fahrtrichtung Hannover einen Kilometer vor der Raststätte Lappwald in einem Bereich zwischen A 2 und Bundesstraße 1 liegt, die hier die Landesgrenze bildet. Die Grenznähe ist das, was den Diskussionsstoff in Helmstedt lieferte.

Allein am vergangenen Sonntag, ein Tag, an dem nur Lkw mit Sondergenehmigungen die Autobahn befahren dürfen, hatten Brummifahrer ihre Probleme mit der Parkplatzsuche. Dabei trifft es vor allem Fernfahrer aus Osteuropa und den Niederlanden. Die Deutschen teilen ihre Touren so ein, dass sie das Wochenende möglichst nicht auf einem Autobahnparkplatz verbringen müssen. Dariusz Nowak aus Gdansk zum Beispiel, der diese Ost-West-Tour regelmäßig fährt, meint: "Ein Autohof und jeder zusätzliche Parkplatz für Lkw sind immer gut."

Eine Taxifahrerin aus Helmstedt, die sich in diesem Autobahnabschnitt gut auskennt, ist seiner Meinung. "Aus Mangel an Parkplätzen standen manche auch schon auf dem Standstreifen und nahmen ausfahrenden Fahrzeugen die Sicht." Mehr Parkplätze bedeuteten auch mehr Sicherheit, ist sie gewiss.

Ein Pannendienst-Mitarbeiter sprach sich ebenfalls für mehr Parkplätze aus, gab aber zu bedenken, dass ein zusätzlicher Autohof den Betreibern der bereits bestehenden Raststätten wirtschaftliche Probleme bereiten würde. "Wenn der Kaffee auf der anderen Seite einen Euro billiger ist, dann fahren die Lkw auch dorthin."

Frank Frenkel, Verbandsgemeindebürgermeister der Oberen Aller versichert, dass man sich hier mit dem Für und Wider in der Sache demokratisch auseinandersetzen wird, denn auch die Hohe Börde hätte sich gegenteilig geäußert, da ginge es aber nicht um die Grenze sondern um andere Interessen. "Die Anhörung der Nachbarn ist aber legitim", erklärt er. Außerdem sei ein externer Planer mit der Sache betraut worden. Bisher sei nichts entschieden, der Rat würde sich damit noch befassen und demokratisch urteilen. Die Flächennutzungsplanung obliegt der Verbandsgemeinde, ist somit keine reine Harbker Angelegenheit.