Die Schüler der Gröninger Grundschule "Friedrich Hoffmann" sind einem Aufruf ihrer Lehrer gefolgt, gemeinsam mit ihren Eltern Ringofen-Modelle zu basteln. Kreativ und erfindungsreich würdigten sie damit Friedrich Hoffmann, der als Erfinder des Ringofens gilt, 1818 in Gröningen geboren wurde und in diesem Jahr 110. Todestag hat. Für ihre Mühe werden die Schüler belohnt: Ihre Ringöfen sollen bei einer Wanderausstellung in Deutschland gezeigt werden.

Gröningen. Der Aufruf "Wer baut den schönsten Ringofen" wurde von 34 Schülern sehr ernst genommen und sie tüftelten gemeinsam mit der Familie, um ein originelles Modell zu kreieren.

Und das ist den Mädchen und Jungen gelungen. Mit Gips, Styropor, Papier, Pappe, kleinen Steinchen, Lehm oder Legosteinen sowie allerlei anderen Bastelstoffen gestalteten sie die Modelle, die sie dann nach und nach in die Schule trugen, wenn nicht schleppten. Ben-Lucas‘ Ringofen-Modell ist zum Beispiel so groß, dass man es besser zu zweit trägt. "Das waren ganz tolle Ringöfen", ist Schulleiterin Karola Rozanski begeistert vom Einfallsreichtum ihrer Schützlinge. "Sie haben sich sogar Anleitungen aus dem Internet heraus gesucht, um das Innere der Ringöfen nachzubauen." So lässt sich bei den meistern der Ringöfen zum Beispiel das Dach abnehmen, um hineinzuschauen.

Leicht sei es der Jury aus fachkundigen Zieglern nicht gefallen, erinnert sich Karola Rozanski. Dennoch wurden acht Modelle ausgewählt, die auf einer Wanderausstellung in verschiedenen Ziegeleimuseen in Deutschland zu sehen sein werden. Kleine Preise erhielt zudem jeder der fleißigen Modellbauer. Die Ausstellung wird Ostern 2012 im Ziegeleipark in Mildenberg eröffnet, Ende Juni 2012 ist sie in Altglietzen (beide Orte in Brandenburg), zum Tag des offenen Denkmals im Jahr 2012 kommen die Ringöfen zurück nach Sachsen-Anhalt in die Ziegelei nach Westeregeln.

Nutzung auch für künftige Ausstellungen

Zu Ostern 2013 geht die Wanderausstellung noch nach Hundisburg bei Haldensleben. Nach Ende der Wanderausstellung verschwinden die Ringöfen der Gröninger Grundschüler aber nicht im Keller. "Sie gehen dann in die Dauerausstellung nach Mildenberg", kündigt Heinz Lachetta vom Förderverein "Friedrich Hoffmann" an, der dazu die Fäden in der Hand hält. Einige Ringöfen der Schüler kommen ins Gröninger Museum und der anderen nimmt sich der Förderverein an, der sie für mögliche künftige Ausstellungen aufbewahren möchte. Der Förderverein hat bundesweit 100 Mitglieder und trägt alles zum Leben und Wirken von Friedrich Hoffmann zusammen. Auch deshalb sind die Kontakte zur Gröninger Grundschule sehr eng, die den Namen des Ringofen-Erfinders trägt. Zu dessen Ehren wurde in Gröningen kürzlich eine Gedenktafel enthüllt.

Das war ein großer Festtag für die Stadt, an dem die angereisten Ziegler auch die Ring-öfen der Gröninger Grundschüler bewertet hatten. Der festliche Tag gestaltete sich zudem durch ein abwechslungsreiches Programm, mit einem Besuch in der Martinikirche, der Taufkirche Friedrich Hoffmanns, einem Besuch im Museum und einer Festveranstaltung im Gröninger Kulturhaus. Dort erlebten 200 Gäste nach einer Kaffeerunde die Reise durch ein Schuljahr, indem die Schüler von ihrem Schulalltag berichteten: kleine Spielszenen über das Lernen, Projekt- und Werkstattarbeit, Pausenhofgymnastik, Klassennachmittage und Schulfahrten. Der Tag wurde mit Fachvorträgen der Ziegler abgerundet. "Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön für die Vorbereitung und Durchführung dieses unvergesslichen Tages", blickte die Schulleiterin Karola Rozanski noch einmal zurück und dankte damit den Bemühungen aller Beteiligten von Grundschule, Stadt und des Fördervereins "Friedrich Hoffmann", die für einen gelungenen Tag an einem Strang gezogen hatten.