Oschersleber sind besorgt über den Zustand des Weges entlang des Lehnertsgrabens. Spaziergänger haben es schwer, den desolaten Weg gefahrlos zu passieren.

Oschersleben. Die Spaziergänger, vor allem die älteren Leute tun ihr leid, sagt Gertrud Büscher, selbst nicht mehr jung. Sie beobachtet, wie Dutzende Passanten auf dem aufgeweichten Weg balancieren, der die Halberstädter Straße mit der Bodestraße verbindet. Auf seiner einen Seite fließt der Lehnertsgraben, auf der anderen befinden sich Privatgrundstücke und Kleingärten, von denen das Ehepaar Büscher einen bewirtschaftet.

Schließlich marschierte Gertrud Büscher ins Rathaus zum Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski und zum Bürgermeister Dieter Klenke. Dass das Wasser nicht vom Weg abfließen kann, weil die Grasnarbe am Graben das verhindert, dass die Grasnarbe langsam den Weg zuwuchert, dass die Rasenmahd und das Laub liegen bleiben und dass hohle Bäume am Weg stehen, listete sie als Mängel auf. Außerdem müssen die Mulden aufgefüllt werden, in denen sich die Pfützen bilden, findet sie.

Allerdings ist Getrud Büscher keine, die ewig auf Veränderungen warten möchte. So ging sie auf den Vorschlag ein, mit dem von der Stadt gelieferten Material selbst Hand anzulegen. "Ich wollte den Splitt im Frühjahr haben, aber er kam jetzt schon, wo es nass ist", erzählt sie. Zusammen mit ihrem Mann Karl-Heinz verfüllte sie die Mulden. Und die Grasnarbe zum Graben hin stach sie auch ab, stach Abflussrinnen hinein. "Ich habe Rückenprobleme, das ist zu schwere Arbeit für mich", stellte sie jetzt fest, als sie der Volksstimme von ihren Sorgen mit dem Weg erzählte.

Zuständig für den Weg ist die Stadt, das bestätigte Steffen Czerwienski auch auf Nachfrage der Volksstimme. "Allerdings ist er für uns sehr nachrangig, was sicher nicht für jeden Nutzer einzusehen ist. Ich dachte auch, die Kleingärtner würden sich gemeinsam um den Weg kümmern, nicht Büschers allein", zollt er dem Ehepaar Respekt. Ohne allerdings zusagen zu können, dass sich die Stadt intensiver kümmern kann. Dafür reicht die Kapazität nicht.

"Aber die Ein-Euro-Jobber könnten doch mal aus dem Wiesenpark über die Straße kommen und hier was tun", findet Gertrud Büscher. Was sich so leicht und einleuchtend anhört, ist aber bürokratisch-kompliziert. "Die Leute sind nicht der Stadt direkt unterstellt, sondern arbeiten für Projekte der Kommunalen Sanierungsgesellschaft. Wir können sie nicht einfach irgendwo einsetzen. Und auch die Gesellschaft kann das nicht, denn die Leute dürfen nur für das genehmigte Projekt arbeiten", erläutert Steffen Czerwienski.

Hinsichtlich der Standfestigkeit der hohlen Bäume könne er beruhigen: Die für das Baumkataster zuständige Mitarbeiterin sei ständig unterwegs, um dafür zu sorgen, dass keine Gefahr von den Bäumen ausgeht.

Vielleicht klappt es ja aber wenigstens mit einem neuen Anstrich am Geländer zur Bodestraße hin, wünscht sich Gertrud Büscher.