Wernigerode. "Ja, ich bin sprachlos", bekannte Matthias Haupt am Dienstagabend im Großen Festsaal des Wernigeröder Rathauses. Der diplomierte Ingenieur für Elektrotechnik (Gesamtnote "gut") hatte soeben den mit 3000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Wernigeröder Stadtwerkestiftung in Empfang nehmen dürfen. Haupt dankte daher nur kurz all denen, die ihn auf seinem bisherigen Weg begleitet hatten und nahm wieder Platz.

Die Laudatio auf den 32-jährigen gebürtigen Bündener (Nordrhein-Westfalen) hielt Prof. Dr. Helmut Tschäpe. Der Vorsitzende der Jury und ehemalige Leiter des Robert-Koch-Instituts betonte unter anderem: "Herr Haupt hat mit seiner Arbeit sofort überzeugt." Diese "sehr gut lesbare Schrift" widmet sich Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der optischen Nachrichtentechnik und hier speziell zur Erweiterung der Bandbreiten.

Besonders im Kurzstreckenbereich bieten sich hier viele Vorteile, so unter anderem in der Medizintechnik und bei Medien wie dem Fernsehen. Die Nutzer haben sich an immer kürzere Zeiten und bequemere Lösungen gewöhnt. Tschäpe: "Genau dorthin begibt sich Herr Haupt." Es geht darum, Systeme zu entwickeln, die multiplexer, massenmarkttauglicher und störunanfälliger sind als die bisher gängigen.

Gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig ist dem an der Hochschule Harz Wernigerode tätigen Nachwuchswissenschaftler ein Forschungsprojekt genehmigt worden, würdigte der Laudator. Es soll 2011 mit einem Finanzumfang von 1,7 Millionen Euro starten. Von den sieben dabei geschaffenen Stellen werden vier in der bunten Stadt am Harz angesiedelt sein.

Den Dank an die Jury für die Stadtwerkestiftung richtete Prof. Dr. Armin Willingmann. Ihr gehörten neben Helmut Tschäpe noch die Professoren Konrad Breitenborn und Frieder Stolzenburg an. Sie hatten insgesamt vier Einsendungen zu prüfen. Willingmann betonte, zeigen zu wollen, das Wernigerode neben vielen anderen Vorzügen auch wissenschaftlich einiges zu bieten hat. Als Rektor der Hochschule Harz freue er sich, bereits zum zweiten Mal Preisträger aus seinem Hause ehren zu dürfen. Für die Zukunft hofft er allerdings auch auf andere hier beheimatete Institutionen wie zum Beispiel geisteswissenschaftliche.

Armin Willingmann: "Wir sind davon überzeugt, dass das Potenzial dafür vorhanden ist." Bewerbungen für 2011 sind bis zum 31. März möglich.