Alljährlich ehrt der SPD-Kreisverband bei einem "Tag des Ehrenamts" verdienstvolle Bürger für ihr selbstloses Engagement. Kurz vor Weihnachten wurde auch Frank Graubaum aus Blankenburg ausgezeichnet.

Blankenburg. Seit 20 Jahren gibt es in Blankenburg den Behindertenverband. Anfang 1990 traf sich regelmäßig eine kleine Gruppe von Menschen mit einem Handicap und deren Angehörige. Sie wollten nicht nur auf Probleme aufmerksam machen, sondern auch entsprechend mitreden und mitwirken. Schnell wurde die Gruppe größer und längst war die Idee geboren, einen eigenständigen Verein ins Leben zu rufen. Denn: "Nur in der Gemeinschaft ist man stark!"

Am 21. September 1990 war es vollbracht, die Gruppe wurde unter dem Namen "Behindertenverband Blankenburg" eingetragen und unter dem Vorsitz von Frank Graubaum arbeitet sie seit dieser Zeit getreu dem Motto "Gemeinsam statt einsam". Es folgte der Beitritt zum Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, mit dem bis heute eine sehr gute Zusammenarbeit besteht. Christine Gruber von der Paritätischen Selbsthilfekontaktstelle des Harzkreises in Halberstadt war es, die Frank Graubaum für eine Ehrung vorschlug.

Verein hat viel erreicht

Unter der Regie des Vereinsvorsitzenden werden alljährlich zahlreiche Veranstaltungen und Fahrten organisiert, die Betroffene mit einem Handicap aus ihrer Einsamkeit herausbringen und ihnen zeigen, dass sie trotz ihrer Behinderung nicht allein sind. Ausflüge mit entsprechend für den Rollstuhltransport umgerüsteten Fahrzeugen gingen ins Schaubergwerk Büchenberg "unter Tage" und sogar auf den Brocken.

Aber auch im lokalen Bereich hat Frank Graubaum mit viel Einsatz und Engagement manches erreicht: So die Absenkung von Bordsteinen an markanten Stellen im Blankenburger Stadtgebiet und das Aufstellen von rollstuhlgerechten Telefonzellen und Telefonhauben für Gäste der Stadt. Zudem wurde eine Übersicht über barrierefreie Wanderwege erarbeitet und in einem Flyer veröffentlicht. Gemeinsam mit den Wernigeröder Verkehrsbetrieben wurde erreicht, dass der öffentliche Nahverkehr im Landkreis Wernigerode barrierefrei gestaltet wird. Im Dezember 2003 konnte der erste rollstuhlgerechte Niederflurbus in Betrieb genommen werden. Heute steht eine große Flotte von rollstuhlgerechten Bussen zur Verfügung und die Linien der Wernigeröder Verkehrsbetriebe sind nahezu barrierefrei.

Immer donnerstags treffen sich interessierte Mitglieder in der Zeit von 15 bis 17 Uhr zum Gesprächsnachmittag im Georgenhof in Blankenburg. Für viele ist dieser wöchentliche Erfahrungsaustausch längst ein fester Termin in ihrem Kalender.

"Trotz eigener Behinderung setzt sich Frank Graubaum uneigennützig für das Wohl anderer ein. Er ist der festen Überzeugung, dass wir mit ,Gemeinsam statt Einsam‘ richtig liegen und noch viele Barrieren aus dem Weg räumen können, um jedem – ganz gleich welchen Handicaps – ein lebenswertes Leben zu ermöglichen", begründet Christine Gruber.

www.bv-blankenburg.de