Die Bauarbeiten in Schierke laufen auf Hochtouren. An der Sandbrinkstraße nimmt die künftige Ortsumfahrung Gestalt an. Damit das auch für das Natureisstadion bald gelten darf, soll die Stadt die Planungen vorantreiben.

Schierke/Wernigerode l Seit Mitte Mai laufen die Arbeiten an der Sandbrinkstraße in Schierke auf Hochtouren. Die künftige Ortsumfahrung hat schon jetzt deutlich Gestalt angenommen. Der ehemalige Forst- und Wanderweg hat mittlerweile auf einem Großteil der Strecke die geforderte Straßenbreite von 5,50 Meter erreicht. Hangseitig sind Arbeiten an den Stützmauern im Gange. An einigen Stellen bauen Arbeiter zweier Blankenburger Firmen bereits an der Fassade, die mit Granitblöcken möglichst naturnah gestaltet wird.

"Wir sind gut vorangekommen", sagt Jörn Frankenfeld, Geschäftsführer einer der beiden Firmen. Jetzt aber Rückschlüsse auf das Bauende zu ziehen, das fällt dem Experten schwer. "Man kann nicht in den Berg hineinschauen", erklärt er. Der muss an insgesamt sieben Stellen metertief abgetragen werden, um die geplante Straßenbreite zu erreichen. "Man weiß vorher nie, was da für Gestein auf einen wartet", so Frankenfeld.

Große Fortschritte sind auch auf dem Gelände zu verzeichnen, das für das Parkhaus und den Einstieg in das Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg vorgesehen ist. Die Fläche ist gerodet, der alte Waldparkplatz dient derzeit als Dreh- und Angelpunkt für die Bautrupps. Auf der Parkfläche werden Bagger und Baucontainer abgestellt. "In zwei Wochen wollen wir hier mit dem Bau der Fußgängerbrücke beginnen", sagt Armin Barheine vom Tiefbauamt.

Die Brücke soll die Plaza am Parkhaus mit dem Ort Schierke verbinden. Sie führt über die Sandbrinkstraße und die parallel verlaufende Bode. "Man kann es sich noch gar nicht recht vorstellen, aber nächstes Jahr wird man vom Parkhaus aus in zehn Minuten am Rathaus sein", so Barheine. Während Fußgängerbrücke und Parkhaus noch ferne Zukunftsmusik sind, ist die Bode-Querung in Unterschierke bereits zum Greifen nahe.

Momentan werden die Fundamente gesetzt für die Fußgängerbrücke, die wenige Meter neben der bereits fertigen Straßenbrücke liegen soll. Im Herbst wird die Brücke vor Ort in einem Stück gegossen. Armin Barheine: "Sie wird zwischen 60 und 80 Tonnen wiegen." In einem Stück soll die Brücke dann von einem Kran über die Bode gehoben werden.

Abseits der großen Baustellen in Schierke sind Bauarbeiter kurz vor dem Ortseingang im Einsatz. Dort hat die Kreisverwaltung die Sanierung der maroden Kreisstraße vorangetrieben.

Im Wernigeröder Rathaus ist man von den Fortschritten im Ortsteil begeistert. "Wir kommen sehr gut voran", sagte der Wernigeröder Bauamtsleiter Jörg Völkel auf der Sitzung des Schierke-Ausschusses.

In dem Gremium standen die weiteren Pläne für das Natureisstadion und das Ganzjahreserlebnisgebiet im Vordergrund. Es ging in puncto Eisstadion vorrangig darum, ob die Verwaltung die Planungen vorantreiben darf. In diesem Zuge soll auch ein Wirtschaftlichkeitsgutachter beauftragt werden, die zu erwartenden Betriebskosten zu kalkulieren, betonte Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos).

Teile des bestehenden Natureisstadions sind in den Umbau-Entwürfen aus Denkmalschutzgründen enthalten. Dazu zählen der hölzerne Turm und die Natursteintribüne. Der Rest soll für maximal sechs Millionen Euro neu gestaltet und überdacht werden. Die Eislauffläche wird wahrscheinlich, anders als bisher, künstlich vereist. Damit sei das Angebot besser planbar, argumentierte Gaffert.

Zustimmung erhielt er von Roland Jung (BSB), der aus dem Schierker Ortschaftsrat in den Ausschuss entsandt wurde. Er spielte auf die während der Schierker Wintersportwochen teilweise "katastrophalen" Sportbedingungen an, die den zu warmen Temperaturen geschuldet waren.

In den vergangenen Jahren waren einzelne fest geplante Veranstaltungen im Stadion sogar abgesagt worden, weil das Eis getaut war. Nun ist geplant, die Bahn von November bis März künstlich zu vereisen. Im Sommer könnten dort Konzerte und mehr stattfinden.

Ausschuss-Mitglied Michael Wiecker (CDU) äußerte sich pessimistisch zu dem Vorhaben. Nachdem mehrere Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter ein Eisstadion in Waltershausen (Thüringen) besichtigt hatten, wisse er, wie schwierig der Betrieb einer solchen Anlage sei. Wiecker befürchte eine große finanzielle Belastung für die Stadt. "Geschultes Personal, Wartungen und die Unterhaltung - das kostet alles viel Geld", sagte er. Zumal im wenige Kilometer entfernten Braunlage bereits ein Eisstadion steht.

Baudezernent Burkhard Rudo erklärte, dass ein Nutzungskonzept für das Stadion derzeit von der Wernigerode Tourismus GmbH erarbeitet wird. Ein Betreiberkonzept hingegen gebe es noch nicht, entgegnete er auf die Frage von Sabine Wetzel (SPD/Grüne). Die Ausschussmitglieder stimmten dafür, dass die Verwaltung die Planungen vorantreiben darf.

   

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