Wernigerode. Die Harzer Verkehrsbetriebe GmbH (HVB) erhöht zum 1. Januar 2011 ihre Fahrpreise.

Wie HVB-Geschäftsführer Eckhardt Nitschke gestern im Gespräch mit der Harzer Volksstimme erklärte, sind die drastisch gestiegenen Dieselkosten der Hauptgrund für die Anhebung. Demnach musste das Unternehmen bei Kraftstoff mit Stand November im Vergleich zum Vorjahr rund 83 000 Euro mehr (+13,3 Prozent) aufbringen. Zudem ist "die Gasflotille" unter den derzeit 61 Bussen des 141 Beschäftigte zählenden Unternehmens in Wernigerode "etwas reduziert" worden. Die Ursache dafür liegt laut Nitschke in der ausgelaufenen Förderung für diese Betriebsart. Gleichzeitig sind solche Fahrzeuge aber in der Anschaffung teurer.

Laut Gerald Hahne bewegt sich die Anhebung durchschnittlich zwischen acht und zehn Prozent. So kostet zum Beispiel ein einfaches Ticket statt bisher 1,10 Euro dann 1,20 Euro. Für Zehnerkarten erhöht sich der Preis von zehn auf elf Euro. Zu letzteren bieten die HVB als Pendant künftig eine Vierer-Variante. Der Abteilungsleiter Verkehr begründete dies: "Es gibt Nutzer, die nicht mehr bereit sind, im Voraus so viel zu bezahlen." Neu ist auch, dass die Regionalfahrkarten von Q-Bus Nahverkehrsgesellschaft Ballenstedt mbH und Halberstädter Bus-Betriebe GmbH (HBB) künftig in Wernigerode und Blankenburg anerkannt werden. Ebenso verändert sich der Kinderpreis. Das Alter wird von elf auf 14 Jahre hochgesetzt. Gerald Hahne: "Das heißt, bis zum 15. Geburtstag kann er in Anspruch genommen werden." Schließlich führen die HVB einen Gruppenfahrschein ab zehn Personen ein. Der Abteilungsleiter: "Da sind wir in der Vergangenheit kritisiert worden."

Alle jetzt eintretenden Veränderungen sollen nach Ankündigung von Eckhardt Nitschke 2011 "noch einmal abgeglichen werden". Der günstigste Zeitpunkt dafür dürfte der Fahrplanwechsel im August sein. Der Geschäftsführer: "Wir werden nach Möglichkeiten suchen, alle Forderungen und Wünsche der Kommunen zu erfüllen." Der Spielraum dafür ist allerdings bescheiden, denn: "Wir haben keine großen Reserven." Und: "Es gibt nichts zu verteilen, nur anzupassen."

Wie Nitschke weiter informierte, "sieht das Betriebsergebnis 2010 nicht rosig aus, aber wir sind zufrieden". Positiv hat sich dabei die Einbeziehung der Touristen in den Öffentlichen Personennahverkehr ausgewirkt. Der HVB-Chef: "Auf Dauer wäre es nicht gut gewesen, sie außen vor zu lassen." Ebenfalls erfolgreich entwickelt hat sich die im Januar vergangenen Jahres eingeführte Linie 21 zwischen Wernigerode und Quedlinburg.

Im Übrigen wartet bereits die nächste Herausforderung auf die HVB. Eckhardt Nitschke: "Ich will nicht verheimlichen, dass wir Anfang 2011 auch wieder vor Tarifverhandlungen stehen." Wie hoch die Forderung der Gewerkschaft tatsächlich sein wird, ist allerdings noch offen.

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