In zwei Schiedsstellen stehen Harzer für Streitigkeiten ihrer Mitbürger zur Verfügung - um sie zu beenden. Das gelingt sogar oft und gilt als gute Möglichkeit, Aufregung und Geld zu sparen.

Elbingerode l Da gab es den Fall einer wüsten Beschimpfung im Wirtshaus. Ein Unwort gab das andere. Die Beleidigung wollte jemand nicht auf sich sitzen lassen. Er ging zur Schiedsstelle, die ihm half, eine Entschuldigung zu erhalten. Nicht gleich in der Gaststätte, aber von Angesicht zu Angesicht. Der Fall war gelöst.

Andere Male reichte schon ein Gespräch unter Aufsicht eines unbeteiligten Schiedsmannes oder einer Schiedsfrau, um jahrelangen Streit um den Gartenzaun, Wegerechte oder das Umleiten von Regenwasser zum Nachbarn zu beenden.

"In zwei von drei Fällen gibt es eine Lösung", sagt Guido Döring aus Elbingerode, nur etwa jeder dritte Fall ende mit einer "Erfolglosigkeitsbescheinigung". Die bringe dann aber auch Klarheit, wie weiter zu verfahren ist. Seltener komme es zum Gang vor Gericht, was mehr Aufwand und Kosten für den Bürger bedeute. Kostenlos ist die Arbeit einer Schiedsstelle aber auch nicht, etwa 70 Euro Gebühr sind pro Fall zu zahlen.

In der Schiedsstelle für Elbingerode sowie Rübeland und Königshütte werden im Durchschnitt pro Jahr drei Fälle behandelt. In der Schiedsstelle Hasselfelde gab es dagegen seit etwa einem Jahr keinen einzigen Fall. Das Team dort ist auch für Benneckenstein, Stiege, Trautenstein, Tanne, Sorge, Elend zuständig. Ob es da keine Streitigkeiten gibt, sei offen,so Harro Anlauf, aber die Schiedsstelle stehe quasi bereit.

"Wir bieten regelmäßige Sprechzeiten an", sagt Isabell Albrecht vom Hauptamt der Stadt. Sie koordiniert die Arbeit der Schiedsstellen. Sprechzeit im Rathaus Elbingerode ist jeden letzten Donnerstag im Monat, 17.30-18.30 Uhr. Sprechzeit im Dienstleistungszentrum Hasselfelde ist jeden 1. Montag im Monat, 18-19 Uhr. Also demnächst wieder am 5. August.