Mit dem gestern übergebenen Anbau an Darlingerodes Marianne-Buggenhagen-Schule konnte der erste von zwei weiteren Abschnitten fertiggestellt werden. Die eingeladene Namensgeberin dieser Einrichtung hatte wegen der winterlichen Straßenverhältnisse den Termin absagen müssen. Der harte Wintereinbruch war auch der Grund, weshalb die Umgestaltung des Außenbereichs nicht ganz fertig wurde.

Darlingerode. Großer Menschenauflauf gestern Mittag an der Marianne-Buggenhagen-Schule. Zufälligerweise war es gerade fünf vor Zwölf, als Sarah, einer der besten Schülerinnen, den "goldenen Schnitt" vollziehen konnte. Und das unter dem Jubel und Beifall der Kinder, die vorher ein ebenso beeindruckendes wie abwechslungsreiches musikalisches Programm ("Rock my Soul" und "Carneval de Paris") aufgeführt hatten.

Eine der Besonderheiten dieses Bauprojekts liegt darin, dass vor anderthalb Jahren noch keineswegs klar war, dass an dieser Stelle so grundlegend gebaut und umgestaltet werden würde. Claudia Gottweiß, eine inzwischen ehemalige Pädagogin, hatte seinerzeit sogar darauf mit einer Flasche Sekt gewettet, dass es dieses Bauprojekt niemals geben werde. Gestern löste sie (Schulleiter Dirk Clement: "die Berufs-skeptikerin") die Wette als sichtlich glückliche Verliererin ein und übergab dem Schulleiter eine große Sektflasche. Und das so freudestrahlend, obwohl sie von dem neuen Anbau gar nicht mehr direkt profitieren kann.

Landkreis bezahlt alles zu 100 Prozent

Eine andere Besonderheit liegt zweifelsohne in der Finanzierung. Da, wo üblicherweise von mindestens einem Landes- oder EU-Förderprogramm profitiert wird, musste die Schule in Oehrenfeld völlig ohne auskommen. Einziger Geldgeber ist der Landkreis Harz. Um wieviel es dabei geht, unterstrich der stellvertretende Landrat Martin Skiebe: "2008 und 2009 flossen jeweils 200 000 Euro in den Umbau. In diesem Jahr waren es sogar 625 000. Und bis Ende 2012 werden weitere fast 1,2 Millionen investiert". Skiebe sprach in diesem Zusammenhang von einer "Investition in die Zukunft". Der sichtlich stolze Schulleiter Dirk Clement schwärmt deshalb gar von einem "Gesamtkunstwerk".

Architekt Mario Saar: " Jetzt gibt es endlich neue Sanitär- und Toilettenanlagen und auch zusätzliche Serviceräume. Nicht zu vergessen den Matsch- oder auch Snoozle-Bereich." Im ab Februar anlaufenden zweiten Bauabschnitt sollen drei zusätzliche Klassenräume entstehen. Die Fertigstellung ist für den nächsten Herbst geplant.

Eine dritte Besonderheit ist und bleibt auch die enorme gegenseitige Belastung von Firmen und laufendem Schulbetrieb. Das Ganze vielfach und permanent eine Gratwanderung zwischen extremem Zeitdruck der Firmen und zumindest dem Versuch, "leise zu bohren".

Leise bohren bei laufendem Unterricht

Dass das gegenseitige Verständnis von Anfang an da war, hob Saar gestern lobend hervor und bedankte sich gleichzeitig. Die ursprünglichen Pläne für den An- und Umbau stammen bereits aus einer Zeit, da es den Landkreis Harz in seiner jetzigen Form noch gar nicht gab. "Der erste Spatenstich dafür war erst am 22. September 2009 erfolgt", so der stellvertretende Landrat. Er dankte den bauausführenden Firmen ebenso wie dem Wernigeröder Planungsbüro von Mario Saar sowie den Pädagogen und Schülern für deren Verständnis für alle Beeinträchtigungen: "Die Schule ist ein kultureller und unverzichtbarer Mittelpunkt eines Ortes", meinte Skiebe gestern.

 

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