Wernigerode (tk) l 13,25Prozent Zinsen verlangt die Vereinigte Volksbank für sogenannte Dispokredite. Die Stiftung Warentest hatte bundesweit 1538Banken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken verglichen. Der Test habe gezeigt, dass die Geldhäuser derzeit Dispozinsen von durchschnittlich 11,31Prozent verlangten, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest". Sich selbst hingegen könnten die Geldhäuser derzeit bei der Europäischen Zentralbank zum historisch niedrigen Zinssatz von 0,5Prozent Geld leihen. Als "größte Abzocker" bezeichnete die Stiftung Warentest oft kleine Institute auf dem Land. Viele von diesen Geldhäusern nutzten "ihre Vormachtstellung" aus und verlangten teils "deutlich mehr als 13Prozent".

"Wir raten unseren Kunden zum Ratenkredit"

Hans-Heinrich Haase-Fricke, Vorstandssprecher der Vereinigten Volksbank, sieht sich zu Unrecht kritisiert. Ein Dispokredit diene der Überbrückung von kurzfristigen Liquiditätsschwierigkeiten, sei keine Finanzierungsvariante. Auf Volksstimme-Nachfrage erklärte er, es sei nicht im Interesse seines Hauses, dass die Kunden ihre Girokonten überziehen würden. Stattdessen würden die Mitarbeiter solchen Kunden zu einem gebührenfreien Ratenkredit raten. Dieser sei nicht nur finanziell attraktiver, er böte zugleich mehr Verlässlichkeit, mit klarer Laufzeit, monatlicher Tilgung und transparenten Kosten. Allerdings, so betonte Haase-Fricke, bedeute diese seit Jahren gepflegte Geschäftspolitik nicht, dass man seine Kunden bevormunden wolle. Das Volumen der Dispokredite sei jedoch geringer als ein Prozent des Geschäftsvolumens von rund 480 Millionen Euro.