Magdeburg/Allrode/Thale/Stadt Oberharz (bfa). Abgewiesen wurde vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg am Donnerstagnachmittag die Beschwerde der Harzer Kreisverwaltung gegen den Vertrag zur Eingemeindung Allrode-Thale.

Die Stadt am Hexentanzplatz hatte die Kreisbehörde per Gericht verpflichtet, den seit längerem vorliegenden, aber umstrittenen Eingemeindungsvertrag Allrode-Thale zu genehmigen. Dem kam der Landrat nach, aber mit einer Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht. Dies wies den Vorstoß nun ab und sieht die Einigung Thale-Allrode als freiwillig und rechtens an.

"Das Verfahren ist damit beendet", so Sabine Fiebig, Justitiarin der Kreisverwaltung Harz, gestern auf Nachfrage. Thales Bürgermeister Thomas Balcerowski sieht sich einmal mehr bestätigt und bereitet mit Allrodes Thalefreunden die Eingemeindung vor. Der nötige Beitrittsbeschluss wurde in Allrodes Gemeinderat vor einer Woche gefasst. Stichtag für die Fusion ist der 1. Januar 2011.

"Zu dem Datum trete ich dann auch zurück", kündigte Allrodes Bürgermeister Jo- achim Heidecke an. Er hatte sich mit Ratsmitgliedern und etlichen Bürgern bis zuletzt für einen Anschluss an die Stadt Oberharz eingesetzt. "Mit dem Vertrag, mit dem Allrode jetzt zu Thale geht, ist unser Ort schlechter gestellt, als wenn wir zum Oberharz gegangen wären. Das kann und will ich nicht verantworten und gebe das Ehrenamt auf", sagte Heydecke.

Als ein Beispiel nannte er die Grundsteuern, die in der Stadt Thale viel höher seien als bei Oberharz. Der freiberufliche Unternehmer im Holzgeschäft will sich dann seiner Firma widmen. "Wir haben alles versucht, es ist nun anders gekommen. Das habe ich zu akzeptieren", so der Bürgermeister gestern auf Nachfrage.

Unabhängig von dieser Entwicklung steht das Thema Allrode Ende nächster Woche im Landtag auf der Tagesordnung. Für den Fall, dass dessen Mitglieder eine erst angestrebte, dann vertagte, nun erneut anberaumte Zuordnung Allrodes zur Stadt Oberharz vornehmen sollten, kündigten Thale und Allrode eine Verfassungsbeschwerde an.Übrigens