Wernigerode. "Was Christo kann, können wir auch," sagt Ulrich Baumann im Scherz. Dabei hat die flächendeckende Verhüllung des Wernigeröder Amtsgerichtes einen ernsthaften Hintergrund. Das Abstrahlen des porösen Putzes die und schonende Reinigung der Natursteinfassade ist mit einer erheblichen Staubentwicklung verbunden.

Anfang September hatten die Arbeiten an dem 1893 im Stil der Neorenaissance errichteten Gebäude in der Rudolf-Breitscheid-Straße 8 begonnen. Zunächst wurden einige alte Garagen im hinteren Teil des Geländes abgerissen, erläutert der Direktor. Nachdem das Amtsgericht Mitte der 90-er Jahre weitestgehend saniert und 2001 durch einen Neubau erweitert worden war, bildet die Rekonstruktion von Rückseite und Giebel den seit Jahren erhofften Abschluss des Projektes. Gleichzeitig werden sämtliche Fenster "vom Keller bis zum Boden" inklusive der Gitter und die wie der Altbau unter Denkmalschutz stehende steinerne Umgrenzung erneuert. Baumann: "Mauer und Fundament waren marode."

Für die insgesamt 56 Beschäftigten (darunter acht Richter) ist die Situation derzeit nicht einfach, weiß deren Chef. Immerhin laufen die Geschäfte in der Behörde unverändert weiter.

Am 10. Dezember ist offizieller Rechnungsschluss, ergänzt Carola Kuha. Nach Angaben der Geschäftsleiterin liegen die Kosten für das in Regie des Staatshochbauamtes liegende Vorhaben bei rund 300 000 Euro. Offen ist dann nur noch die Umgestaltung des Eingangsbereiches. Ulrich Baumann: "Das wäre das einzige, wo wir noch gern eine Veränderung hätten."

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