Eine Mitteilung der Stadtverwaltung über die sogenannten "Anliegerpflichten" in schmalen Straßen zum Räumen von Schnee und Eis hat vor allem in den Ortsteilen Blankenburgs für Wirbel gesorgt. Bürgermeister Hanns-Michael Noll sagte nochmalige Prüfung zu und bat die Einwohner auch um Hinweise, wo beispielsweise die Straßenbeleuchtung abgeschaltet werden könnte und wo sie unbedingt belassen werden müsse.

Blankenburg/Hüttenrode. Als "blanken Hohn" und einen "Rückfall in die Steinzeit" bezeichnet Volksstimme-Leser Günther Stöckicht eine Mitteilung der Stadtverwaltung zu den sogenannten Anliegerpflichten beim Winterdienst. Darin werden dutzende Straßen und Wege aufgeführt, in denen künftig kein maschineller Winterdienst mehr stattfinden solle. "Die Einstellung des Winterdienstes in ,schmalen Straßen‘ im nunmehrigen Ortsteil Hüttenrode hat es bisher (auch in Kriegszeiten bzw. danach) noch nicht gegeben. Die örtliche Schneefallbelas-tung gegenüber der Kernstadt und allen anderen Ortsteilen ist hier ungleich höher und erfordert eine kommunale Räumung", so Stöckicht. Der Hüttenröder: "Wo bleibt hier das Augenmaß? Kein Anlieger verweigert seine Pflichten, aber eine maschinelle Räumung ist und bleibt auch im Interesse der Sicherheit, wie zum Beispiel dem Feuerschutz, erforderlich."

Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Auch in Timmenrode und Derenburg reagieren Volksstimme-Leser mit Unverständnis über die drastischen Formulierungen in dem amtlichen Schreiben.

Bürgermeister Hanns-Michael Noll versucht dagegen im Volksstimme-Gespräch, die Wogen ein wenig zu glätten: "Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt sollte lediglich nochmals an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert werden. Bei solch strengen Wintern, wie im vergangenen Jahr, kann es passieren, dass die Mitarbeiter des Technischen Eigenbetriebs mit ihrer Technik tatsächlich nicht überall hinkommen", so Noll. Dann müssen Prioritäten gesetzt werden, wo die Stadt gesetzlich verpflichtet ist zu räumen und wo sie es freiwillig tue.

"In den Vorjahren haben wir die Straßen immer großzügig geräumt, und das wollen wir auch so beibehalten", erklärte Noll und kündigte an, das Räumkonzept vor dem kommenden Winter zu überprüfen. Dazu wolle er die jüngsten Hinweise der Einwohner gern aufnehmen und auf den Prüfstand stellen.

Dies betreffe außerdem die derzeitigen Regelungen zur Abschaltung der Straßenbeleuchtung in bestimmten Bereichen der Stadt und ihrer Ortsteile. "Schulwege und Bushaltestellen müssen weiter beleuchtet sein", erklärte das Stadtoberhaupt. Allerdings müsse überlegt werden, ob es zeitweise Einschränkungen geben könne. Zu den Lampenabschaltungen erwarte er auch sachliche Hinweise aus der Bevölkerung. "Ich hoffe, dass wir auch dabei ein bürgerfreundliches Ergebnis hinbekommen", so Noll.

Morgen Sprechstunde im Bürgermeister-Büro

Blankenburgs Bürgermeister bietet seit Amtsantritt regelmäßig Sprechstunden an, in denen sich die Einwohner mit ihren Problemen direkt an ihn wenden können. Die nächste Möglichkeit, mit Hanns-Michael Noll persönlich zu sprechen, haben die Blankenburger morgen Nachmittag von 16 bis 18 Uhr in seinem Büro in der ersten Etage der Stadtverwaltung an der Harzstraße. Dann wird auch die Harzer Volksstimme vor Ort sein.

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