Wo soll es hingehen? Wie sieht das neue Schierke aus? Diese Fragen werden mit der am Dienstag im Rathaus der Brockengemeinde eröffneten Ausstellung beantwortet. Dass das Interesse an dem Entwicklungskonzept für Wernigerodes neuen Ortsteil gestiegen ist, zeigte die Resonanz.

Schierke. Neun Tafeln und sechs großformatige Porträts sind im Rathaus ausgestellt. Gezeigt wird, wie das "Neue Schierke" aussehen könnte, "wo es hingehen soll", sagte Peter Gaffert am Dienstagabend zur Eröffnung. Die "Galerie der Aktivisten", ergänzte Wernigerodes Oberbürgermeister, steht stellvertretend für jene, die am Entwicklungskonzept mitwirken. Abgebildet sind der Architekt Prof. Wolf Eisentraut als Ideengeber, Peter Gaffert als Vertreter der Stadtverwaltung, Bürgermeisterin Christiane Hopstock und Ortschronistin Ingrid Hintze stehen für Schierkes Einwohner, Erwin Lauterwasser für den Skisport und Klaus Dieter Krebs für Investoren.

Nutznießer der umfassenden Umgestaltung des Luftkurortes, für die die Stadt bis 2015 rund 35 Millionen Euro ausgeben will (wir berichteten), sollen Touristen und Einwohner sein, unterstrichen Gaffert und Eisentraut. Beide zeigten sich von der Resonanz beeindruckt, über 100 Gäste waren gekommen, und standen gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

In vielen Einzelgesprächen wurden konkrete Anliegen besprochen. Vorranging zur Gewährleistung der Grundstückszufahrten, wenn die beiden neuen Bode-Brücken in Unter- und Oberschierke (am Hotel Bodeblick und an der Jugendherberge) gebaut sowie Straßen saniert werden. Großes Interesse gab es auch am neuen Feuerwehrgerätehaus und Großparkplatz samt Verkehrsführung mit Shuttlebussen.

"Letzteres bedeutet nicht, den Urlauber aus Schierke zu verbannen", sagte Burkhard Rudo. Der Baudezernent, der im Wernigeröder Rathaus die "SoKo Schierke" leitet, begründete die Zentralisierung der Parkflächen am Ortsrand mit der Aufwertung des Luftkurortes. "Die wilde Parkerei beeinträchtigt die Qualität." Deshalb sei vorgesehen, die jetzige Hauptstraße in eine verkehrsberuhigte Zone mit Kolonaden und die Sandbrinkstraße zur Kreisstraße umzubauen. Ausgebaut werde auch die Nordstraße am oberen Ortsrand.

Bei all den Eingriffen, die, wie Gaffert versicherte, "naturschonend" sein sollen, bekomme Schierke auch ein Stück Natur zurück. Konkret – das jetzige Parkplatzareal Am Thälchen. Der Teil zur Grenze des Nationalparks soll renaturiert werden, andere Bereiche werden bepflanzt und zu Wiesen mit Sonnenterrassen umgestaltet.

Angeregt wurde auf der Ausstellungseröffnung, dass sich die Schierker selbst an der Entwicklung beteiligen. Eine Mappe mit Möglichkeiten, wie Projekte gefördert werden können, übergab Reiner Hochapfel an Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock. Der Ex-Chocotech-Chef und Ruheständler unterrichte Produktmanagement an der Hochschule und appellierte, auf dem langen Weg bis zur Umsetzung des Konzepts "auch kleine zu gehen". Beispielsweise beim Ausbau touristischer Freizeitangebote, wobei diese nicht nur auf ein Wintersportzentrum beschränkt werden dürfen. "Das ist zu kurz gegriffen", sagte Hochapfel, Sommer wie Winter müsse man davon leben können. Seine und die Hinweise der Experten sowie die interessante Ausstellung boten am Dienstag genügend Diskussionsstoff. Übrigens

 

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