Das Schnee-Verkehrschaos vom 22./23. November im Trecktal bei Heimburg hat ein "Nachspiel". Mitarbeiter verschiedener Bereiche der Kreisverwaltung haben gestern an einem Tisch gesessen und die Probleme mitsamt der bis zu 20 Stunden festsitzenden Lkw-Fahrer ausgewertet.

Heimburg/Halberstadt. Dass die wegen schneeglatter Straßen im Trecktal schwierige Verkehrssituation eine besondere war, macht ein nicht unwichtiges Detail deutlich. Auch zehn Tage nach der teilweisen Vollsperrung dieser Kreisstraße ist noch unklar, wieviele Lkw-Fahrer dort tatsächlich bis zu 20 Stunden ausharren mussten. Während die Kreisverwaltung die Zahl der festsitzenden Fahrzeuge mit sechs angibt, spricht die Polizei von acht Lkw.

Das ist nicht die einzige Ungereimtheit in der Koordination verschiedener Einsätze. Dazu gehört, dass die Heimburger Einfahrt ins Trecktal am Montagabend gegen 19 Uhr gesperrt wurde, hingegen die Zufahrt ab "Büchenberg" bis Dienstagvormittag möglich war. Zu dieser Zeit mussten einzelne Fahrer bereits seit 13.28 Uhr tags zuvor ausharren.

Die Halberstädter Leitung des Harz-Polizeireviers bekräftigte gestern nochmals, sie könne sich dieses Behördenhandeln nicht erklären. Auf Nachfrage der Volksstimme erklärte die Kreisverwaltung, wegen mehrerer bereits gesperrter Zufahrtsstraßen habe das Trecktal aus Richtung Elbingerode nicht sofort gesperrt werden können. "Die Polizei konnte zu diesem Zeitpunkt keine Angaben über die Befahrbarkeit von Straßen in den Oberharz machen. Das auf den Kreisstraßen in diesem Bereich eingesetzte Winterdienstfahrzeug konnte somit nicht zum Büchenberg beordert werden, da nicht abzuschätzen war, ob und wie es durch- bzw. wieder zurückkommt. Der Vorschlag der Einsatzleitung für den Winterdienst des Harzkreises an die Polizei, durch den Landes-Baubetrieb die Bundesstraße 244 bereits in Elbingerode zu sperren, um die Fahrzeuge nicht in die winterungsbedingte Sackgasse zu leiten, wurde anscheinend nicht weiterverfolgt."

Tatsächlich wurde die Kreisstraße auch dort am Dienstag um 7.30 Uhr gesperrt, die Vollsperrung des Trecktals kurz darauf um 10.30 Uhr wieder aufgehoben.

Laut Kreisverwaltung war am Montag ab 18.23 Uhr sowohl der Einsatzleitung für den Kreis-Winterdienst als auch der Halberstädter Rettungsleitstelle bekannt, dass das Trecktal unpassierbar sei. Wie Blankenburgs Stadtwehrleiter Werner Greif berichtet hatte, war die Heimburger Wehr kurz danach ins Trecktal gerufen worden, um einen umgestürzten Baum von der Straße zu räumen. Über dort bereits seit Stunden festsitzende Lkw-Fahrer waren die Kameraden jedoch von der Einsatzleistelle nicht informiert worden. Dieses Versäumnis holte die Polizei am Dienstag um 7.43 Uhr nach, die Blankenburger Wehr und das DRK der Stadt waren keine Stunde später vor Ort und versorgten die Kraftfahrer mit heißen Getränken. Noch ist übrigens unklar, wer für diesen Hilfseinsatz die Kosten übernimmt.

Intern heißt es aus der Kreisverwaltung, die Abstimmung zwischen den Ämtern sei nicht optimal gelaufen. Daraus werde man seine Lehren ziehen und habe bereits Tage danach besser reagiert. Welche Ergebnisse die gestrige Beratung bei Michael Skiebe hatte, ist nicht bekannt. Der Vize-Landrat war zu keiner Stellungnahme bereit.