Rübeland l Auf rund eine Million wird die Zahl der Wanderer geschätzt, die jährlich auf dem Harzer Hexenstieg Erholung und Freude an der Natur finden. Sie machen die Route von Osterode in Niedersachsen bis Thale in Sachsen-Anhalt zugleich zum meist genutzten Wanderweg im Harz. Und nicht nur das. Deutschlandweit zählen Experten den im Oktober 2003 eröffneten Hexenstieg zu den "Top-Trails of Germany", zu den Spitzenwanderwegen wie etwa Rhein-Steig oder Rothaarsteig.

Jetzt kommt zu den vielfältigen Angeboten in den für sich schon interessanten Harzorten an Strecke (siehe Kasten rechts) noch ein neues Angebot hinzu. Ab sofort können Wanderer ihr Hexenstieg-Erlebnis auf einer Extra-Website im Video festhalten. Unter der Internetadresse harzer-hexen-stieg.harzinfo.de/index.php?id=2 können sieben Bilder hochgeladen werden - praktisch als persönliches Sofortvideo von der Wanderung, wie der Harzer Tourismusverband (HTV) aus Goslar dazu mitteilt.

Diese Videos können dann heruntergeladen und über Facebook, Twitter u. a. m. geteilt werden. Zusätzlich werden sie im YouTube-Kanal des HTV unter youtube.com/harzinfo integriert. Der Harzer Tourismusverband hofft mit dieser Modernisierung auf gute Resonanz, Geschäftsführerin Carola Schmidt: "Echte Erfahrungen und Erlebnisse sind die überzeugendste Werbung. Mit dem Projekt können wir Hexen-Stieg-Fans erfreuen und neue Gäste für den Harz begeistern."

Für Begeisterung alter und neuer Hexenstieg-Fans sorgt auch die Ausgestaltung der Route mit künstlerischen Wegmarken in Form von Fenstern Worthinweisen oder Holzkühen wie bei Hasselfelde. Damit werden Bezüge zur regionalen Geschichte verdeutlicht, gibt es selbst für Vielwanderer immer wieder Neues zu entdecken.

Manches heutige Glanzlicht war allerdings beim Aufbau der Harzüberquerung nicht gleich geplant. So die Strecke über Rübeland und Wendefurth.

Sie wurde dem Hexenstieg erst nach "hartnäckiger Werbung" hinzugefügt, wie sich Rübelands Harzklub-Zweigvereinschef Dr. Christoph Unger erinnert. Ein Vorschlag von Rübelands Wanderführer Klaus Bergen war es damals, der zum Umdenken beitrug: Der Hexenstieg wurde zwischen Susenburg und Rübeland nicht mehr über den Bielstein, sondern über den Forstort Tiefesitte geführt. "Das Wegstück trug und trägt sicher mit zur Beliebtheit des Fernwanderweges bei", ist sich Unger sicher.

Ursprünglich sollte sogar ein etwa hundert Meter langer Stollen unweit der Talsperre für Wanderer geöffnet werden. Er war vermutlich im 19. Jahrhundert beim Anlegen der Wanderwege durch den Harzklub entstanden, so Unger, um einen Bergsporn zu umgehen. Zum Hexenstieg wurde der Tunnel aber nicht, berichtet der Harzklubchef. Bei der nötigen Naturschutzprüfung seien zwar keine Fledermäuse im Tunnel gesehen worden, aber es könnten ja mal welche hineinfliegen, hieß es damals. So wurde der Tunnel als Wegvariante ausgeschlossen.

Dafür wurde eine ebenfalls schöne Route über den Kuhberg gefunden. Aber auch die war nicht gleich fertig. Voraussetzung war eine Verpflichtung des Harzklubs Rübeland, diesen Weg zu warten. Die Harzfreunde sagten zu, trotz des hohen Alters ihrer Mitglieder. Sie ermöglichten so den Einsatz der Arbeitsförderungsgesellschaft Harz, die den reizvollen Wegabschnitt herrichtete. So dass er auch im 10. Hexenstieg-Jahr noch gern begangen wird.

 

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