Wernigerode/Güntersberge (pwr). "Alles hat seine Zeit", sagte Peter Gaffert laut einer Pressemitteilung auf der Mitgliederversammlung des Harzer Förderkreises (HFK) in Güntersberge. Es sollte die letzte sein. Der Vorsitzende: "Gerade auf dem Sektor Tourismusmarketing hat sich in den vergangenen Jahren unglaublich viel getan. Wir haben unsere Aufgaben erfüllt und geben den Staffelstab weiter." Einstimmig beschlossen die anwesenden Mitglieder die Auflösung des Vereins, dessen Wirken in den vergangenen 20 Jahren deutliche Spuren in der Tourismuslandschaft Harz hinterlassen hat.

Dazu gehören vor allem das Harzfest und das Qualitätssiegel "Typisch Harz". In dieser Hinsicht dankte Gaffert seiner Vorgängerin Bianka Kachel, die Mitte der 90er-Jahre die Leitung übernommen und maßgeblichen Anteil an der Etablierung der beiden Großprojekte im gesamten Harz habe. Dafür und auch für das Zusammenwachsen der Länder Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt habe sie mit ihren Mitstreitern "echte Pionierarbeit" geleistet. Gaffert verwies auch auf viele Einzelprojekte, die gemeinsam mit Bildungsträgern verwirklicht wurden: "Ich möchte an die Internetportale zu Schlössern und Burgen im Harz und auch die vielen Projekte zu barrierefreiem Reisen erinnern."

Eine besondere Rolle habe der HFK auch als Interessenverband der kleinen und mittleren Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe des Ostharzes eingenommen und sei, so Gaffert weiter, nicht selten auch "ein wenig als Konkurrenz des großen Harzer Verkehrsverbandes betrachtet worden".

Wernigerodes Oberbürgermeister übernahm den Vorsitz des Harzer Förderkreises 2008. Von Beginn an ließ er keinen Zweifel daran, dass eine Straffung der touristischen Strukturen im Harz dringend erforderlich sei. So entschied sich der Förderkreis bereits im Winter vor zwei Jahren zur engeren Zusammenarbeit mit dem damaligen Harzer Verkehrsverband. Beide verfolgten gemeinsam das Ziel, die wichtigen Aufgabenfelder in den neuen Harzer Tourismusverband (HTV) zu integrieren.

Das ist mit dem Harzfest erfolgt, dass 2009 in Wernigerode letztmalig vom Harzer Förderkreis ausgerichtet wurde. Gaffert: "Somit wird das einzige länderübergreifende Brauchtumsfest im Harz weiter bestehen." Die Marke "Typisch Harz" soll in neuer Qualität mit Hilfe der Agrarmarketinggesellschaften der Länder weiterentwickelt werden, hieß es.

Mit der Auflösung des Förderkreises wurde der Übergang in den neuen Verband nahezu reibungslos gestaltet. Christiane Brandenburg und Peter Gaffert wechselten in den HTV-Vorstand. Sie erhoffen sich vom Neuanfang eine bessere Wahrnehmung der Marke Harz in Deutschland.

Peter Gaffert: "Wir sind uns sicher, dass in den neuen Strukturen effizienter gearbeitet werden kann. Die Produkte des Förderkreises haben ein neues Zuhause gefunden. Unsere Mitglieder können problemlos in die Gemeinschaft des Harzer Tourismusverbandes wechseln."