Die Stadt Oberharz besteht ein Jahr. Sie habe sich in der Gebietsreform achtbar geschlagen, 2011 gehe es vor allem um Tourismus und Geld, so Bürgermeister Andreas Flügel (FDP) im Gespräch mit Volksstimme-Mitarbeiter Burkhard Falkner.

Volksstimme: Wie blicken Sie auf das ablaufende Jahr?

Andras Flügel: Unsere neue Stadt hat sich in der Gebietsreform achtbar geschlagen, obwohl wir durch äußere Einflüsse teilweise sehr schlechte Startbedingungen hatten.

Volksstimme: Welche?

Flügel: Die Spielregeln der Reform wurden ständig geändert, Schierke, Altenbrak, Treseburg und nicht zuletzt Allrode sind nicht mehr bei uns, das lässt die Beteiligten nicht gerade in Jubel ausbrechen.

Volksstimme: Also geht‘s etwas traurig ins neue Jahr?

Flügel: Das will ich nicht sagen, im Gegenteil: Stadtrat, Ortsräte und die Bürgermeister in den einzelnen Orten haben ihre Aufgabe angenommen, sich in die neue Rolle gefunden. Darauf lässt sich aufbauen.

Volksstimme: Was sind für Sie als Stadtchef die Schwerpunkte 2011?

Flügel: Es gilt die bereits gefundenen guten Ansätze im Zusammenfassen der Tourist-Informationen, bei der Verwaltung und im Miteinander auszubauen. Im wesentlichen sehe ich da zwei Punkte, erstens: Wir müssen das Tourismuskonzept für die Stadt Oberharz erstellen. Das Geld dafür, 84 000 Euro, sind da. Es muss genau festgelegt werden, wohin wir touristisch wollen, welche Projekte dazu dann nötig sind. Die Arbeit wird ausgeschrieben und von einer Fachfirma ausgeführt. Ich denke, bis zum Sommer steht das Konzept, um dann an die Verwirklichung zu gehen.

Volksstimme: Und zweitens?

Flügel: Wir müssen versuchen, unser strukturelles, also das jedes Jahr wiederkehrende Defizit in Höhe von mehreren Millionen Euro in Griff zu bekommen. Dazu ist ein genauer Fahrplan nötig, und ich werde den Besuch von Finanzminister Jens Bullerjahn und Staatssekretär Rüdiger Erben am 5. Januar in Elbingerode nutzen, um darüber zu verhandeln.

Volksstimme: Letzte Frage: Wo und wie feiern Sie Silvester?

Flügel: Wir waren die letzten Jahre auswärts - mal auf dem Brocken, mal in Elend im Festzelt. Dies Jahr feiern wir zuhause in Familie.