Es war für die Mitglieder des Vereins "Rettung Schloss Blankenburg" wohl das schönste Weihnachtsgeschenk: Unmittelbar vor Heiligabend wurde die neue Heizungsanlage in Betrieb genommen. Die Zeit der Provisorien ist vorbei.

Blankenburg. Nicht nur die Besucher des Silvesterkonzerts wird es freuen: Im Grauen Saal des Großen Schlosses strahlen die Gussheizkörper ebenso wieder wohlige Wärme aus wie in weiteren Räumen des Blankenburger Wahrzeichens. "Nach 20 Jahren hat das Schloss endlich wieder eine Heizung", waren André Gast und Frank Haseley, die beiden Geschäftsführer der Schloss GmbH, sichtlich stolz auf diese positive Nachricht – pünktlich zu Weihnachten. Denn zuvor hatte ihnen der frühe Winter schon einen Streich gespielt: "Das Dach des Theatersaals ist komplett statisch ertüchtigt. Wenn es 14 Tage später geschneit hätte, wäre auch der Schiefer komplett drauf gewesen." Die Dachdecker mussten bereits Mitte November ihre Arbeiten einstellen, so Gast und Haseley.

Immerhin hatten die Schloss-Retter Glück mit der Auswahl ihrer Firmen: "Wir sind sehr froh, dass über das offizielle Ausschreibungsverfahren rund 90 Prozent Unternehmen aus dem Landkreis Harz hier tätig sind und sogar mit vielen Mitarbeitern direkt aus Blankenburg", so Haseley. Und die hätten eine besondere Motivation: "Für diese Kollegen ist das Schloss nicht irgendeine Baustelle", meint er. Bestes Beispiel: Bei Minusgraden wurden für die neue Heizungsanlage mehr als 100 Meter Gasleitung verlegt. "Dabei sind die Handwerker an ihre Grenzen gegangen."

Ein großes Dankeschön richten die Bauherren auch an die Stadtwerke Blankenburg um Thomas Kwapis und Steffen Obst. "Ohne sie hätten wir den Termin nicht halten können." Ein besonderes Lob geht zudem an Manfred Rohrbach, den Chef des Blankenburger TEB, der mit seinen Mitarbeitern gewährleistet hat, dass die Baustellenzufahrt immer befahrbar war. "Das zeigt uns auch, dass die Blankenburger um das Schloss kämpfen. Sie waren da, als wir sie gebraucht haben", so André Gast.

Mit dem neuen 100 Kilowatt starken Brennwertgerät können aktuell der Graue Saal, der Gelbe Saal und der Eingangsbereich samt den Toiletten beheizt werden. Ab Januar fungiert das System zudem als Baustellenheizung für den Theatersaal, wo es mit Deckenputz-und Stuckarbeiten weitergehen wird. Am Grauen Saal stehen statische Ertüchtigungen und Schwammuntersuchungen an. Auch neue Fenster werden im Theaterflügel eingebaut, informiert Planer Sven Ungethüm.

Um Schlossbesucher näher an das Baugeschehen heranzuführen, wurden aktuell sechs Schautafeln im Eingangsbereich aufgestellt. Sie informieren unter anderem über die Restaurierungs- und Holzschutzarbeiten. Sie sollen aber auch das Verständnis dafür wecken, dass aufgrund der Bauarbeiten einiges vor-übergehend nicht mehr zu besichtigen sein wird. Im Januar und Februar finden ohnehin keine Führungen im Großen Schloss statt.

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