Bereits seit zehn Jahren schenken die ehrenamtlichen Helferinnen der Ökumenischen Wärmestube bedürftigen Wernigerödern viel Nächstenliebe – und eine warme Mahlzeit. Traditionell in der Vorweihnachtszeit landen Ente und Rotkohl auf den Tellern der Frauen und Männer.

Wernigerode. Heißer Dampf steigt aus dem großen Metallbehälter auf, als Heidi Niedrig den Deckel hebt. Bereits vier Tage vor Heiligabend steht in der Wärmestube in Wernigerode das Weihnachtsessen auf dem Tisch. Seit zehn Jahren organisieren die Frauen der Kirchgemeinde St. Sylvestri und Liebfrauen den Bedürftigen der Stadt ein warmes Festtagsmenü. "Die meisten Leute, die zu uns kommen, sind Hartz-IV-Empfänger und Rentner", sagt Heidi Niedrig. Die Wernigeröderin engagiert sich gemeinsam mit 13 weiteren Ehrenamtlichen seit vielen Jahren in der Ökumenischen Wärmestube am Oberpfarrkirchhof. Inzwischen kennt man sich, sind es doch immer wieder die selben Gesichter, die ihre Hilfe brauchen.

So auch Patrus Bios. Die aus dem Irak stammende Mutter von vier Kindern nutzt das Angebot seit zehn Jahren. Erstmals hat sie nun auch Sohn Manuel dabei. Der Sechsjährige liebt die deutsche Küche: "Er will immer, dass ich ihm was typisch Deutsches koche, aber das kann ich gar nicht", sagt Patrus Bios.

Nur einen Tisch weiter sitzt Roswitha Ballin. Auch die 60-Jährige lässt sich Ente und Rotkohl schmecken. "Ich habe mein Leben lang gearbeitet, aber im Alter reicht die Rente dann doch nicht." Sie schämt sich nicht dafür, dass sie auf die Hilfe der Wärmstube angewiesens ist. "Zu uns kommen nur die Selbstbewussten", weiß auch Heidi Niedrig. Für diejenigen, die sich aber nicht trauen, sammeln die Frauen Lebensmittel und bringen sie einigen bis vor die Haustür.

"Ohne die zahlreichen Spender und Helfer im Hintergrund, wäre das alles aber gar nicht möglich", betonen die Frauen. Die Damen vom Lionsclub "Anna zu Stolberg-Wernigerode" spenden jedes Jahr für das Weihnachtsmenü. Für den leckeren Festtagsschmaus sorgt bereits zum elften Mal das Team des Hotels "Zur Tanne", die ihre drei Gänge zum selben Preis wie vor zehn Jahren für die Wärmestube zubereiten.

So werden die ehrenamtlichen Helferinnen auch noch in Zukunft ihre Tür für alle öffnen, die weniger haben und ihnen Hoffnung geben.

 

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