Wernigerode l Dank der Baustelle in der Nöschenröder Straße haben die Anwohner der Bundesstraße 244 in Wernigerode derzeit weniger unter Lärm und Dreck zu leiden. Gleichzeitig wird in Berlin am neuen Bundesverkehrswegeplan gefeilt. Ob es die von den Wernigerödern geforderte Ortsumfahrung in den "vordringlichen Bedarf plus" schafft und Chancen auf eine Realisierung hat, entscheidet sich in den nächsten Wochen und Monaten.

Auf Anregung der Bürgerinitiative "B 244 - Wernigerode ohne Schwerlastverkehr" werden am 8. Juli Bundespolitiker zu einem Arbeitstreffen zusammenkommen, um die Problematik zu diskutieren. Eingeladen sind laut der Harzer Bundestagsabgeordneten Heike Brehmer (CDU), die das Treffen organisiert hat, Burkhard Lischka (SPD), Manfred Behrens (CDU) sowie Klaus Klang (CDU) als Staatssekretär im Landesverkehrsministerium. Auch Wernigerodes Stadtchef Peter Gaffert (parteilos), Stefan Hörold von der Landesstraßenbaubehörde sowie Mitglieder der Bürgerinitiative werden bei dem Treffen im Rathaus anwesend sein.

"Uns geht es darum, das Verfahren zur Erstellung des Verkehrswegeplanes sachlich zu erläutern und zum aktuellen Stand zu informieren", sagt Heike Brehmer auf Volksstimme-Nachfrage. Die Politiker in Berlin stehen kurz vor ihrer Sommerpause. Für diesen Monat seien noch einmal drei Sitzungswochen angesetzt. Die Erarbeitung des Verkehrswegeplanes werde im Herbst fortgesetzt, so Brehmer.

Fakt ist, die Wernigeröder Ortsumfahrung konkurriert deutschlandweit mit rund 2000 anderen Projekten um einen vorderen Platz auf der Prioritätenliste. Allein für Sachsen-Anhalt sind 90 Bauvorhaben angemeldet.

Unterschriften gesammelt

Die Mitstreiter der Bürgerinitiative setzen trotzdem Hoffnungen in das Arbeitsgespräch mit den Politikern. "Wir erhoffen uns vor allem, dass wir Manfred Behrens, der im Bundesverkehrsausschuss sitzt, unsere Situation nahebringen können", sagt Brigitte Tannert, die sich seit Jahren für Ortsumfahrung und Brummiverbot entlang der B 244 in Wernigerode einsetzt. "Wir wollen ihn überzeugen, sich im Ausschuss für unser Anliegen stark zu machen." Es müsse endlich etwas passieren. Nicht nur die Anwohner seien belastet, die ganze Stadt und die Jahrhunderte alte Fachwerk-Denkmäler entlang der Strecke leiden unter dem hohen Verkehrsaufkommen.

Da sich die Besucher wegen der Baustelle momentan kein Bild von der tatsächlichen Belastung verschaffen können, wird die Initiative eine Präsentation vorführen. Außerdem soll eine Unterschriftenliste an die Politiker übergeben werden, kündigt Brigitte Tannert an.

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