Die Kommunen müssen ihren Bedarf an Löschtechnik anhand bestehender Risiken selbst ermitteln. Das Land schreibt nur noch einen Grundschutz vor. Der Blankenburger Stadtrat muss morgen über das neue Konzept befinden.

Blankenburg l Viele Hausaufgaben gab es jüngst für die Feuerwehrleitungen in den Ortsteilen Blankenburgs. "Weil das Land nur noch die Anforderungen für einen Grundschutz vorgibt", erklärte Stadtwehrleiter Werner Greif den Hintergrund, "wird der spezielle Brandschutz nun auf die Kommunen übertragen." Schließlich sei es eine ihrer Pflichtaufgaben.

Basis des neuen Konzepts ist eine Risikoanalyse. Für diese mussten die einzelnen Wehren mögliche gefährliche und sonstige Objekte und Bauten, aber auch Gefahren für Personen in ihrem Bereich erfassen. "Einsätze bei Verkehrsunfällen auf der B 6n oder im Chemielager der Wasseraufbereitungsanlage Wienrode bedürfen spezieller Ausrüstung", nannte Greif nur zwei Beispiele.

Auch die Besonderheiten von Seniorenheimen spielen dabei eine wichtige Rolle, wie erst kürzlich die Evakuierung einer Einrichtung in Blankenburg bewiesen habe.

"Aus dieser Analyse ergibt sich dann der Bedarf für eine angemessene, leistungsfähige Feuerwehr", beschreibt Greif den daraus entwickelten Plan, über den in der morgigen Beratung die Stadtratsmitglieder befinden müssen.

In diesem ist nicht nur die Personalstärke der einzelnen Ortswehren, sondern auch deren Ausstattung detailliert aufgelistet.

Zuvor haben bereits bis auf Derenburg die Vertreter der Ortschaftsräte ihre Zustimmung gegeben. "Lediglich die Derenburger forderten noch einige Ergänzungen in dem fast hundert Seiten umfassenden Schriftstück", sagt Greif. Diese seien aber inzwischen eingearbeitet worden, so dass einer Zustimmung auch der Derenburger Abgeordneten nichts im Wege stehen sollte.

"Die Analyse der personellen Besetzung vor allem an den Werktagen und der Zeiten bis zum Einsatzort hat auch ergeben", betonte der Stadtwehrleiter, "dass alle Ortswehren weiter bestehen bleiben müssen, um in Notfällen helfen zu können." Durch berufliche Belastungen und Abwesenheit vom Heimatort müssten schon jetzt meist mehrere Nachbarwehren alarmiert werden, um die notwendige Personalstärke zu erreichen.

Allerdings befürchtet Werner Greif, dass mit der geänderten Verantwortung finanzarme Kommunen auf die Idee kommen könnten, bei der Feuerwehr-Ausstattung zu sparen. Bisher habe das die Blankenburger Verwaltung noch nicht getan, lobte er die Unterstützung. Diese erhofft er sich auch bei den bedarfsgerechten Neuanschaffungen und listet auf: "Schutzanzüge für Chemikalien oder einen Schlauchwagen für die Einsätze bei Waldbränden sind bitter nötig."