Brücken verbinden, können aber auch Sorgen bereiten. Vor allem im "Brückenort" Rübeland. Ein Übergang ist saniert, einer geplant, einer in der Debatte. Und der Rand der Susenburger Straße driftet Richtung Bode.

Rübeland l Zwei Fußgängerbrücken, der Bodeübergang für Straße, Bahn und Fußgänger in der Ortsmitte sowie der einzige Bodeüberweg zum großen Ortsteil Neuwerk - das sind nur die wichtigsten Brückenbauwerke des Höhlenortes, und sie alle sind mehr oder weniger marode.

Ein Sanierungsstau wurde schon im Sommer bei einer Brückeninspektion mit Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) festgestellt (wir berichteten). Seit dem wird versucht, Stück um Stück die drängendsten und insgesamt mehrere Millionen Euro teuren Probleme abzuarbeiten.

Die gesperrte Amtsbrücke, auch Konsumbrücke genannt, wurde trotz prekärer Kassenlage wieder hergestellt und kann seit Kurzem begangen werden.

Ganz fertig ist sie aber noch nicht. Letzte Arbeiten erfolgen demnächst, so Ortschefin Monika Badstübner. Inzwischen kam der nächste Schlag: Die Philosophenbrücke musste gesperrt werden und zwingt Anwohner nun seit Oktober zu Umwegen.

Eine Reparatur gestaltet sich schwierig, weil Geld fehlt, aber auch wegen hoher Sicherheitsanforderungen. Denn zur Philosophenbrücke gehört ein Fußweg übers Gleis der Rübelandbahn. Der galt bisher wegen des Bestandsschutzes nicht als Problem, bei der Sanierung möglicherweise schon. Das Oberharzer Bauamt sondiert das derzeit, Ergebnis ist offen.

Währenddessen sorgen sich die Anwohner um ihren kurzen Weg ins Zentrum, drängt die Bürgerinitiative Rübeland auf eine Lösung. Es gibt Gespräche in der Stadt Oberharz und Schreiben an Landespolitiker. Die Landtagsabgeordnete Angela Gorr (CDU) signalisierte inzwischen der Presse gegenüber die Abarbeitung der Probleme gemäß des Besuchs von Minister Thomas Webel, wobei das Problem Philosophenbrücke berücksichtig werde.

Landtagsmitglied Evelyn Edler (Linke) signalisierte der Bürgerinitiative, mit dem Verkehrsminister am 11. Januar zu einem Gespräch über die Philosophenbrücke zusammenzutreffen.

Eine Straßenstelle saniert, an anderer ist der Rand abgängig

"Inwieweit wir die Hoffnung auf eine zeitnahe Reparatur der Brücke haben können", so Dietmar Wiekert, 1. Sprecher der Bürgerinitiative, "wird sich zeigen." Sofern sich etwas bewege, soll es eine Bürgerversammlung geben.

Indes geht die Planung zum Neubau der Rübeländer Bahnhofsbrücke ab etwa Mitte 2012 samt Klippensanierung und Höhlenbär-Aufstellung weiter. Für die Brücke nach Neuwerk ist Fördergeld beantragt. An der Susenburger Straße wurde ein sogenanntes abgängiges Teilstück nach dem Ministerbesuch saniert. Inzwischen senkte sich jedoch ein anderes Randstück bedenklich in Richtung Bode. Sie fließt dort etwa 30 Meter tiefer als die Straße.

 

Bilder