Zielitz l Unter dem Motto "Aus fremd wird bekannt" starten die Schüler der Ganztagsschule "Werner Seelenbinder" in diesem Jahr in ihr Ganzjahresprojekt als "anerkannte Unesco-Projekt-Schule". Zu diesem erlauchten Kreis von Schulen in ganz Deutschland zählen die Zielitzer schon seit einigen Jahren. "Natürlich müssen wir uns diesen Status immer wieder neu erarbeiten", betont Marita Bürger, Leiterin der Unesco-Projektgruppe an der Zielitzer Schule. Darum nun das neue Projekt.

Reise geht nach Masowien

"Es geht vor allen Dingen darum, bestehende Vorurteile abzubauen", erläuterte Julia Hinze. Und ihre Mitschülerin Maria Werner ergänzte, "viele Jugendliche denken beispielsweise, alte Menschen sind langweilig oder Polen sind unehrlich. Vorurteile gibt es auch gegenüber Behinderten."

Um mit diesen Vorurteilen aufzuräumen, sind im Laufe des Schuljahres einige Aktionen geplant. "Eine davon war unser Besuch im Seniorenpflegeheim in Rogätz", berichtete Elisabeth Kühnel. "Wir staunten, wie gut die Senioren drauf waren. Besonders ein Rollstuhlfahrer war sehr lustig. Wir haben uns intensiv mit den Bewohnern des Pflegeheimes unterhalten und sogar einige Rollenspiele gemeinsam mit ihnen veranstaltet."

Im Mai steht der nächste Höhepunkt des Jahresprojektes an. "Wir fahren nach Polen, um dort eine Schulpartnerschaft anzubahnen", so Marita Bürger. Die Reise geht ganz weit nach Osten in das Gebiet Masowien. Dort ist die Schule in Goworowo das Ziel. "Wir wollen dort unsere Altersgefährten kennenlernen und sind gespannt darauf, welche Vorurteile sie gegenüber uns Deutschen haben", freut sich Julia Hinze schon auf die Fahrt.

Weltkulturerbestätten aus Sachsen-Anhalt vorstellen

Mit von der Partie sind Vertreter der Arbeitsgruppen Weltkulturerbe und Interkulturelles Lernen, die von Petra Krüger und Ute Fruth geleitet werden. Sie wollen den polnischen Gastgebern unter anderem die Weltkulturerbestätten aus Sachsen-Anhalt, wie Lutherstadt Wittenberg oder Quedlinburg vorstellen.

Die Reise nach Polen treten 15 Zielitzer Schüler an. Sie werden in Goworowo gemeinsam mit 15 polnischen Schülern in der Jugendherberge wohnen.

Auch mit den Vorurteilen gegenüber behinderten Menschen wollen die Zielitzer Schüler aufräumen. Deshalb planen sie noch in diesem Schuljahr, Kontakte mit dem Bodelschwingh-Haus aufzunehmen.