Ein Schule für körperbehinderte Kinder im nordrhein-westfälischen Herten hat einen Spendenlauf zugunsten der Hochwasserhilfe in Wolmirstedt gestartet. Dabei kamen 2060 Euro zusammen.

Wolmirstedt/Herten l Kinder der Christy-Brown-Schule in Herten in Nordrhein-Westfalen liefen am Dienstag für die Hochwasserhilfe in Wolmirstedt. Durch diesen Spendenlauf kamen 2060 Euro zusammen. Diese Summe wird demnächst auf das Stadtkonto überwiesen.

Aber wie kommt es dazu, dass eine Schule für körperbehinderte Kinder im nordrhein-westfälischen Herten einen Spendenlauf zugunsten der Hochwasserhilfe im 375 Kilometer entfernten Wolmirstedt organisiert? Ganz einfach: Eine der Lehrerinnen stammt aus Wolmirstedt und hat bis vor vier Jahren an der Gerhard-Schöne-Schule gearbeitet. Damals hieß sie noch Cordula Mombrei. Inzwischen ist sie der Liebe wegen nach Nordrhein-Westfalen gezogen, hat geheiratet und trägt nun den Namen Cordula van Haren. "Ich habe durch meine Eltern tagtäglich von der bedrohlichen Hochwassersituation erfahren", erzählt Cordula van Haren. Annelies und Walter Müller haben der fortgezogenen Tochter am Telefon von den Sirenen, den Bundeswehrfahrzeugen sowie den unzähligen freiwilligen Helfern erzählt und regelmäßig Zeitungsausschnitte geschickt. "Ich habe die ganze Zeit über mitgebangt", sagt Cordula van Haren.

Die Besorgnis um ihre alte Heimat hat Cordula van Haren mit in die Schule genommen, in die Christy-Brown-Schule, in der rund 200 körperbehinderte Kinder lernen. "Ich habe den Kindern und den Kollegen viel vom Hochwasser erzählt und viele Fotos gezeigt", sagt sie. Irgendwann keimte die Idee, einen Spendenlauf zu veranstalten. Die Idee fiel in der Schule auf fruchtbaren Boden und Dienstag war es soweit. Im Innenhof der Schule wurde der Parcours aufgebaut.

"Im Vorfeld haben die Kinder Zettel bekommen, auf denen die Sponsoren vermerken konnten, wieviel Geld sie für jede gelaufene Runde zahlen wollen", erzählt Cordula van Haren. Als Sponsoren konnten Eltern, Nachbarn und Freunde gewonnen werden. "Vor dem Start waren alle Kinder ziemlich aufgeregt", erzählt Cordula van Haren und schmunzelt: "Manche Kinder haben erzählt, sie laufen jetzt für die Eltern von Frau van Haren."

Dem war natürlich nicht so. Annelies und Walter Müller waren nicht vom Hochwasser betroffen, aber sie sind jetzt für die Kinder in der Christy-Brown-Schule sozusagen die Gesichter von Wolmirstedt.

Die Kinder in der Christy-Brown-Schule können nicht alle gleich gut laufen. Deshalb wurden verschiedene Strecken abgesteckt. "Die Kinder mit den Elektro-Rollstühlen oder Rollatoren sind eine 50 Meter lange Hindernisstrecke gelaufen beziehungsweise gefahren", erzählt Cordula van Haren. Die Runden der Kinder, die gut laufen können, waren 250 Meter lang. "Die Eltern haben vom Rand aus mit Laola-Wellen angefeuert", berichtet die Lehrerin. Manche Kinder wollten so viele Runden für das Spendenkonto laufen, dass sie gebremst werden mussten, weil sie schon ganz aus der Puste waren. Doch nicht nur die Kinder haben ihre Runden gedreht, auch der Rektor Klaus Beyer-Dannert reihte sich ein.

Am Ende des Laufes wurden die Runden, die die Kinder gelaufen waren, auf ihren Urkunden vermerkt. Mit diesen Urkunden sind sie zu ihren Sponsoren gegangen, haben das vereinbarte Geld bekommen und am Mittwoch mit in die Schule gebracht.

Die Schüler der Abschlussstufe der Christy-Brown-Schule haben einen Stand mit Leckereien, wie selbstgebackenem Kuchen und Hot Dogs aufgebaut. Auch dieser Erlös ist in die Spendensumme zugunsten der Hochwasserhilfe in Wolmirstedt geflossen. "Es war ein toller Tag", schwärmt Cordula van Haren, "alle haben ihr Bestes gegeben und waren furchtbar stolz."

Bis gestern sind auf das Hochwasser-Spendenkonto der Stadt 19510,86 Euro eingegangen.

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