Der Geldautomat in Samswegen soll zum 1. Oktober geschlossen werden. Damit will sich keiner abfinden. Nicht der Ortsbürgermeister, schon gar nicht die älteren Bürger, die in Sorge sind, ihre einzige "Geldquelle" zu verlieren. Jetzt gibt es auch Beistand von Dr. Eckart Frey, der als ehemaliger Bürgermeister der geistige Vater des Automaten war.

Samswegen l Der Geldautomat in der Breite Straße in Samswegen wird täglich gut frequentiert. Und wie sagte ein Samsweger so treffend dazu: "Geld braucht man immer, egal zu welcher Uhr- und Jahreszeit!" Das aber sieht die Kreissparkasse Börde offensichtlich etwas anders. Im Zuge von umfangreichen Sparmaßnahmen soll auch der Geldautomat in Samswegen zum 1. Oktober geschlossen und durch eine Bargeldagentur ersetzt werden. Das sorgte für helle Aufregung in dem Bördedorf (Volksstimme berichtete). Der Erste, der sich im Frühjahr kritisch zu Wort meldete, war der Ortsbürgermeister Burkhard Wohlfahrt. Er kam seinerzeit mit der Hiobsbotschaft, "dass die Betriebskosten höher als der Gewinn seien, der Automat weg soll", aus der Zentrale in Oschersleben. Wofür der Ortsbürgermeister nun gar kein Verständnis zeigt und deshalb den Rentnern zur Seite steht. Denn sie sind es, die in erster Linie davon betroffen sind, weil ihnen mit der Schließung des Automaten die einzige "Geldquelle" im Ort gekappt wird.

Die Rentner taten ihren Unmut in einer Unterschriftensammlung kund. 1215 Unterschriften kamen zusammen. Und wie der Initiator Siegfried Dessau, 77, gegenüber der Volksstimme verlauten ließ, unterschrieben nicht nur Rentner. Nun haben die älteren Bürger auch in Dr. Eckart Frey einen Fürsprecher. Der ehemalige Bürgermeister von Samswegen ist, wie er in einem offenen Brief an den Ostdeutschen Sparkassenverband die Kreissparkasse und dem den Landkreis erinnerte, der "geistige Vater" des Automaten. Und wie es in dem Schreiben heißt, ist er noch heute stolz darauf. Unverständnis zeigt Frey deshalb für die Begründung seitens der Kreissparkasse, dass der Bevölkerungsrückgang in der Börde und der zu geringen Nutzung in den Nachtstunden letztlich zur Schließung führen sollen. Auch lässt er den Hinweis auf die demografische Entwicklung im Ländlichen nicht gelten, "denn der Wandel begann, da gab es den Automaten noch gar nicht". Bei der "Zahlstelle" handelt es sich dann wohl von Beginn an offensichtlich um eine Fehlplanung, hinterfragt Eckart Frey kritisch.

Mit der Alternative einer Bargeldagentur kann sich der ehemalige Bürgermeister nicht anfreunden. Nach seiner Ansicht werden auch nicht nächtliche Abhebungen das Problem sein, sondern die Sonn- und Feiertage. "Kundenfreundlichkeit sieht anders aus", so Frey, "sollte der Automat tatsächlich verschwinden."