Der Gemeinderat weiß Bescheid, die Bevölkerung ist informiert: In Vorbereitung der Umstellung der kameralistischen auf die doppische Haushaltsführung müssen alle Werte der Gemeinde genau erfasst werden. Was die Straßen betrifft, wurde im Vorfeld eine Berliner Firma verpflichtet, die zum schnellstmöglichen Zeitpunkt die Gemeindestraßen punktgenau erfassen soll.

Groß Ammensleben. Gestern stoppte das silber-orange Messfahrzeug mit den Kameras auf dem Dach, auf dem Hof der Verwaltungsgemeinde zur "Lehrvorführung". Das Fahrzeug der Firma eagle eye technologies GmbH wird im Auftrag der Gemeindeverwaltung unterwegs sein und richtet den scharfen Blick seiner Kameras auf die Straßen und das Straßeninventar. Gestern aber stoppte das Fahrzeug, nur um begutachtet zu werden. "Der Technologieanbieter aus Berlin wurde beauftragt, die Verkehrsinfrastruktur der Gemeinde zu vermessen und optisch zu erfassen", klärt Bürgermeisterin Erika Tholotowsky auf. "Diese Daten dienen der Kommune ausschließlich zu internen Zwecken, werden genutzt, um den Wert der öffentlichen Straßen zu ermitteln."

Der Grund für diese mobile Aktion erläutert Doppik-Verantwortliche Jördis Scheer, der mit seinem Team in den vergangenen Monaten bereits die gesamte Republik "abfuhr": "Alle Kommunen in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, ihre Buchhaltung auf die so genannte Doppik umzustellen. Die Straßen und das Straßeninventar sind ein wichtiger Vermögenswert jeder Stadt, den wir in diesem Zusammenhang möglichst genau erfassen und bewerten müssen."

Daher nimmt das Fahrzeug nicht nur die Daten der rund 40 Kilometer kommunaler Straßen im gesamten Gemeindegebiet auf, sondern erfasst darüber hinaus auch Straßenbeleuchtung, Verkehrszeichen, Baumstandorte, Kanaldeckel und Abläufe.

Die Erfassung geschieht, so der Fachmann, wie der Firmenname andeutet, buchstäblich mit Adleraugen: "Das Fahrzeug ist mit speziellen Sensoren ausgestattet, mit deren Hilfe die Straßenflächen während der Befahrung vermessen werden. Zwölf Kameras erfassen gleichzeitig den Straßenzustand und nehmen die Verkehrsanlagen auf." Die Art der Aufnahme geht besonders schnell vonstatten und liefert sehr genaue Daten. Das waren entscheidende Argumente für die Gemeindeverwaltung: "Wir waren bestrebt, die Erfassung so durchzuführen, dass der Verkehr und das Budget der Gemeinde möglichst wenig belastet werden", führt Bauamtsleiter Schimka aus. "Gleichzeitig legen wir großen Wert auf eine sehr hohe Datenqualität, denn nur so können wir die Ergebnisse später wirklich vielseitig nutzen."

Konkret heißt dies: . Sie können zum Beispiel die Grundlage für ein Beschilderungs- oder Baumkataster bilden. Zudem lassen sich die Informationen nutzen, um den Unterhalt der gemeindlichen Straßen zu vereinfachen. "Auf Basis der erhobenen Daten könnten die Gemeindemitarbeiter jeden Straßenabschnitt, jede Flickstelle und das dokumentierte Straßeninventar vom Arbeitsplatz aus in Augenschein nehmen. Das spart viel Zeit und Geld für Begutachtungen vor Ort, schafft langfristig Veränderung", so der Bauamtsleiter. Der ebenso mit dem Fahrzeug unterwegs war wie die Bürgermeisterin Erika Tholotowsky und sehr angetan von der Technik.

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