Auf die Barrikaden geht die Ortschaft Hohenwarsleben gegen Pläne, die schnellen DSL-Datenleitungen teilweise über Holzmasten zu verlegen. Doch es scheint zu spät für die Kritik. Dennoch will die Gemeinde Hohe Börde noch einmal Möglichkeiten für eine Erdverkabelung ausloten.

Hohenwarsleben/Irxleben/Hohe Börde. In den fünf Hohe-Börde-Dörfern Ackendorf, Hermsdorf, Hohenwarsleben, Nordgermersleben und Rottmersleben soll demnächst mit erheblicher staatlicher Förderung die DSL-Erschließung beginnen (Volksstimme berichtete). Eine Magdeburger Telekommunikationsfirma hatte das Rennen bei der Ausschreibung für die DSL-Erschließung gemacht und ein Planungsbüro mit der Ausführungsplanung beauftragt.

Dessen Planer Axel Gehlhaar erklärte am Montag in der gemeinsamen Sitzung von Finanzausschuss und Bauausschuss der Hohen Börde, dass die Tiefbauarbeiten für die Erschließung gerade ausgeschrieben wurden.

Grundlage dieser Ausschreibung sind Gehlhaar zufolge Trassenskizzen gewesen, die von Anfang an Bestandteil des Vertrags mit der Gemeinde Hohe Börde gewesen seien. Diese Trassenskizzen – mit den 24 Holzmasten in der Hermsdorfer Straße und in der Abendstraße von Hohenwarsleben – sind nach übereinstimmenden Aussagen von Gehlhaar und des Bauamtes Hohe Börde auch anschließend mehrmals besprochen worden – und das in Anwesenheit von Vertretern aller betroffenen Ortschaften. Aus Hohenwarsleben soll Ortschaftsratmitglied Bernd Richter anwesend gewesen sein.

Alle Ortschaften waren an Planung beteiligt

Die letzten Absprachen hatten am 21. September und am 19. Oktober stattgefunden. Vor allem die geringeren Kosten und die beschränkte Verkabelungsmöglichkeiten in kommunalem Boden sind laut Gehlhaar Grund für die Holzmasten-Variante in Hohenwarsleben. Mit der Masten-Variante könne man kostengünstig im öffentlichen Raum bauen.

Hohenwarslebens Bürgermeister Wolf Graf von Westarp und die Mehrheit der Hohenwarsleber Abgeordnete hatten auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates zum ersten Mal von den Masten gehört. "Die Karten mit der Trassenführung habe ich zum ersten Mal gesehen. Wir waren sehr überrascht, dass man eine moderne Datenleitung mit historisch anmutenden Wild-West-Varianten verlegen will. Da kann man ja gleich die Kabeltrommeln von Baum zu Baum werfen. So geht das nicht. Das ist nicht Stand der Technik", so von Westarp.

Rottmersleben hatte mit "Nein" Erfolg

Dass eine Änderung der ursprünglichen Trassenplanung möglich gewesen ist, beweist das Beispiel Rottmersleben. "Der Rottmersleber Bürgermeister Hans Eike Weitz hat sich in den erwähnten Absprachen vehement gegen Freilandleitungen in seinem Dorf ausgesprochen. Alle anderen Ortschaften haben nichts dagegen gesagt" erklärte am Montag Bauamtsleiter Burkhard Judenberg.

Ob an der jetzt auch im Zuge der Ausschreibung der Tiefbauleistungen festgelegten Variante noch etwas zu ändern ist, bleibt offen. Axel Gehlhaar sah das kritisch: "Wir haben straff kalkuliert, Alternativausschreibungen für die Erdverkabelung wären zwar möglich. Aber eine Erdverkabelung ist drei Mal so teuer wie eine Freiluftleitung. Man muss sehen, wie die Ausschreibung ausfällt." Vielversprechend klingt anders. Die Bürgermeisterin der Hohen Börde, Steffi Trittel, bot an, noch einmal Gespräche mit der Avacon zu führen, um deren Anlagen mitnutzen zu können.