"Schotten dicht", so hieß es am 7. September im Wolmirstedter Freibad. Während die Mitarbeiter die komplette Anlage winterfest machten, wurde in der Verwaltung die Saison 2010 ausgewertet. Nicht nur die Besucherzahlen gaben dabei Anlass zur Freude – auch die im Vorjahr installierte Solaranlage rechnete sich.

Wolmirstedt. 130 Tage dauerte in diesem Jahr die Freibadsaison. Mittlerweile ist die Badeanstalt in der Schwimmbadstraße winterfest. Zeit für die Verantwortlichen, Bilanz zu ziehen. "Wir haben mit 16 630 Besuchern einen neuen Rekord. Zum Vergleich: Im Jahr davor waren es ‘nur‘ 14 375 Badegäste gewesen", freut sich Melitta Wiedemann. "Und das, obwohl der Mai, Juni und August diesmal temperaturmäßig nicht so doll waren", erklärte die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung auf Nachfrage der Volksstimme.

Auch Höhe des Eintritts wird nochmal diskutiert

Der Juli gilt rückblickend als die Hochsaison 2010. Mit Tagesbesucherzahlen von bis zu 600 zahlenden Gästen, "hat dieser Monat alles rausgerissen", weiß die Zuständige für die Sportstätten der Stadt. Auch das Frühschwimmen, ein Wassergymnastikkurs, den Schwimmmeister Stefan Grahn 2007 ins Angebot aufgenommen hatte, erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Bei den Montags- und Mittwochs-Treffen stiegen jeweils bis zu 60 Junge und Junggebliebene in die beiden Becken.

Dass die trotz teilweise kühler Außengrade wohl temperiert waren, dafür sorgte die im Juli 2009 installierte Solarheizung. 60 000 Euro wurden dafür investiert, ein Teilbetrag der Summe durch Fördermittel abgedeckt. Man ging davon aus, dass sich die Anlage innerhalb von sechs Jahren amortisiert. "Eine positive Auswirkung auf den Heizkosten-Verbrauch konnten wir aber auch jetzt schon nach dem ersten Jahr feststellen", so Melitta Wiedemann. Exakte Zahlen könne sie aber erst im kommenden Jahr sagen, wenn die genaue Abrechnung vorliegt.

Kein Geheimnis ist dagegen, dass im Rahmen der städtischen Haushaltskonsolidierung auch am Freibad gespart werden muss. Wie die Verwaltungsmitarbeiterin erklärt, gäbe es schon Pläne, die Badeanstalt im kommenden Jahr erst am 15. Mai zu öffnen und schon Ende August zu schließen, wodurch die Saison um vier Wochen verkürzt wird. "Bisher war die Bilanz für den Monat September immer schlecht, sodass wir denken, dass die frühere Schließung gerechtfertig ist. Sollte das Wetter wider Erwarten super sein, kann man auch flexibel über eine längere Öffnung nachdenken", berichtet Melitta Wiedemann, was in der Verwaltung angedacht wird. Über die Winterpause, in welcher die Freibad-Mitarbeiter in den Sporthallen der Stadt arbeiten, sollen auch die Eintrittspreise und die Möglichkeit eines wöchentlichen Schließtages nochmal diskutiert werden.