Mit einem vorweihnachtlichen Geschenk kam Innenminister Holger Hövelmann am Dienstagnachmittag in den Landkreis Börde: Er überbrachte Zuwendungsbescheide des Landes für die Kommunen und den Landkreis Börde. Für knapp 1 Million Euro konnten so digitale Funkgeräte für den Brand- und Katastrophenschutz in den Gemeinden und im Landkreis beschafft werden.

Landkreis Börde. "Freuen Sie sich auf eine schöne Bescherung!" Mit diesen Worten begrüßte Dezernent Dietrich Bredthauer in Vertretung von Landrat Thomas Webel am Dienstagnachmittag nicht nur Innenminister Hövelmann, sondern auch die Bürgermeister der Städte, der Einheits- und Verbandsgemeinden sowie die Feuerwehr-Abschnittsleiter des Landkreises im Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen. Die "schöne Bescherung" hatte der Innenminister mitgebracht – nämlich Zuwendungsbescheide für die Kommunen und den Landkreis für digitale Funktechnik im Rahmen des Brand- und Katastrophenschutzes. Immerhin in einem Gesamtwert von 968 300 Euro. Mit diesem Zuschuss vom Land konnten 331 digitale Funkgeräte für Fahrzeuge sowie 944 Handfunkgeräte für die Wehren und Katastrophenschützer angeschafft werden.

"Sachsen-Anhalt ist das einzige Land, dass den Kommunen bei der Beschaffung der digitalen Funktechnik mit Fördergeldern hilft", erklärte Holger Hövelmann. Immerhin 16 Millionen Euro gibt das Land für die Grundausstattung der Kommunen mit digitaler Funktechnik aus. Mehr als 12 500 digitale Funkgeräte stellt das Land somit zur Verfügung. Für die Kommunen bleiben die Kosten für den Einbau der Kfz-Funkgeräte.

"Bis Ende 2011 soll das Funknetz stehen"

"Wir wollen schon bald die Funktechnik im Land von analog auf digital umstellen. Es hat lange gedauert, bis sich alle Bundesländer geeinigt haben. In Sachsen-Anhalt sind wir momentan dabei, das digitale Funknetz aufzubauen. Dafür brauchen wir mehr als 150 Sendeanlagen im Land. Etwas mehr als die Hälfte haben wir bereits aufgestellt, bis Ende 2011 wollen wir komplett fertig sein", so der Innenminister.

Auch wenn das Funknetz noch nicht zu hundert Prozent steht, sind jetzt bereits die Funkgeräte angeschafft worden. Sie können auch schon benutzt werden, um sich untereinander zu verständigen. "Dann auch mit einer viel besseren Sprachqualität als mit den bisherigen analogen Geräten", sagte Holger Hövelmann. In die Bedienung der neuen Funktechnik werden derzeit bereits die Retter in der Brandschutz- und Katastrophenschutz-Schule Heyrothsberge eingeführt. "Es ist nicht möglich, allen Beteiligten diese Schulung zu ermöglichen. Daher sind wir darauf angewiesen, dass diejenigen, die diese Schulung absolviert haben, ihre Kollegen in den jeweiligen Gebieten einweisen", so der Innenminister.

Auch in Zukunft will das Land die Feuerwehren weiter finanziell unterstützen, erklärte Holger Hövelmann auf Nachfrage aus der Runde. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren den Schwerpunkt auf die digitale Funktechnik gesetzt, haben zudem mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II im Bereich des Katastrophenschutzes Fahrzeuge angeschafft und sonstige Maßnahmen im Bereich des Brandschutzes gefördert. Wir wollen auch in Zukunft weiter fördern. Ob es allerdings nach dem Doppelhaushalt in dieser Dimension wie bisher weitergehen kann, muss sich zeigen. Ich hoffe es aber, weil wir Kommunen im Land haben, die aus eigener Kraft gewisse Investitionen stemmen können", sagte der Innenminister. Er stellte aber zugleich klar: "Wir werden aber nicht überall und alles fördern können, sondern müssen Prioritäten setzen. Gefördert werden nur Wehren, die rund um die Uhr einsatzbereit sind, und Investitionen, die auch landesbedeutsam sind."

 

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